Testfeld Deutschland?
: Tankstellenverband erwartet Spritpreis von 2,50 Euro „oder sogar mehr“

Nach dem starken Ölpreisanstieg fürchten Branchenvertreter weiter steigende Spritpreise in Deutschland. Testen Ölkonzerne in Deutschland, wie weit man gehen kann?
Von
afp
Düsseldorf
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Iran-Krieg - Spritpreise: 09.03.2026, Hamburg: Der Literpreis für Diesel in Höhe von 225,9 Cent wird an einer Tankstelle in Hamburg angezeigt. Die Ölpreise steigen wegen des Iran-Konflikts deutlich. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rekordpreise in Deutschland. In Österreich liege der Spritpreis hingegen aktuell nur bei 1,70 Euro.

Marcus Brandt/dpa
  • Ölpreis stieg zwischenzeitlich über 100 Dollar – TIV erwartet schnelle Weitergabe.
  • TIV: Sprit könnte auf 2,50 Euro oder mehr je Liter steigen.
  • In Österreich laut TIV aktuell etwa 1,70 Euro je Liter – Regel: nur 1 Preiserhöhung/Tag.
  • TIV kritisiert: Pächter erhalten 1–2 Cent/Liter, Shop-Geschäft leidet.
  • Wirtschaftsministerin Reiche kündigte Kartellamtsprüfung der Preissprünge an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) erwartet, dass der zwischenzeitlich über 100 Dollar gestiegene Ölpreis umgehend an die Autofahrer weitergegeben werde. „Ich fürchte, die Ölkonzerne reichen die hohen Ölpreise sofort weiter und erhöhen die Spritpreise noch stärker“, sagte TIV-Sprecher Herbert Rabl der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). „Die Vermutung drängt sich auf, dass die Mineralölkonzerne den deutschen Markt nutzen, um zu sehen, was geht: Auch 2,50 Euro und sogar mehr pro Liter sind am Ende denkbar“.

„Die Tankstellenpächter werden an den sprudelnden Gewinnen nicht beteiligt, sie bekommen den Ärger der Verbraucher ab – und ein oder zwei Cent Provision je verkauftem Liter Sprit“, fügte Rabl hinzu. „Zugleich verderben die hohen Preise die Stimmung und damit das Shop-Geschäft, das circa 60 Prozent der Einnahmen ausmacht.“

Warum sind die Preise hier so hoch?

Nirgendwo in Europa seien die Spritpreise in der vergangenen Woche so stark gestiegen wie in Deutschland, sagte Rabl weiter. „Meine Vermutung: Die Konzerne wissen, dass sie von Bundesministerin (Katharina) Reiche (CDU) nichts zu befürchten haben.“

Die Tankstellen regen eine Regulierung wie in Österreich an: „Die Regierung kann wie in Österreich eine Regel erlassen, dass die Konzerne nur noch einmal am Tag den Preis erhöhen dürfen und danach nur noch absenken dürfen“, sagt der TIV-Sprecher. „In Österreich liegt der Spritpreis aktuell nur bei 1,70 Euro.“

Bundeswirtschaftsministerin Reiche hatte in der vergangenen Woche eine Kartellamtsprüfung der Preissprünge an den deutschen Tankstellen infolge des Iran-Kriegs angekündigt. Es werde geprüft, ob die Situation ausgenutzt werde, sagte Reiche in einem Podcast des Portals Table.Briefings.