Streiks im Handel
: Kaufland, Ikea, H&M, Media Markt: Diese Läden und Städte sind betroffen

So mancher Bürger dürfte am Freitag den Tarifkonflikt des Einzelhandels zu spüren bekommen. Die Gewerkschaft ver.di hat bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen – auch im Südwesten.
Von
dpa
Berlin
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Erneut bundesweite Warnstreiks im Handel. Am 10. November sollen Supermärkte und Einzelhändler bestreikt werden.

Matthias Balk/dpa

Im Tarifkonflikt des Handels hat die Gewerkschaft Verdi für Freitag (10. November) erneut zu einem bundesweiten, dezentralen Warnstreik aufgerufen. Aktionen seien sowohl im Einzel- als auch im Großhandel geplant, teilte die Gewerkschaft mit. Für Verbraucherinnen und Verbraucher dürfte es deshalb an den Kassen erneut länger dauern. In den Supermarktregalen kam es aufgrund vorheriger Streiks immer wieder zu Lücken. Auch darauf müssen sich Kunden in diesen Tagen einstellen.

Auch Reutlingen, Schwäbisch Hall und Geislingen betroffen

Im Südwesten sind nach Angaben der Gewerkschaft Städte wie Karlsruhe, Pforzheim, Freudenstadt, Tübingen, Reutlingen, Konstanz, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Esslingen und Geislingen (Kreis Göppingen) betroffen. Im Visier hat die Gewerkschaft Unternehmen wie Kaufland, Ikea, H&M, Primark, Esprit, Media Markt und dm. Einzelne Filialen könnten deshalb geschlossen bleiben oder Geschäftsabläufe erheblich eingeschränkt sein, so Verdi. Für Verbraucherinnen und Verbraucher dürfte es deshalb an mancher Kasse länger dauern. Die Gewerkschaft rechnete am Morgen mit einigen Hundert Beteiligten am Warnstreik.

Verdi reagiert mit dem Streikaufruf auch auf die Forderungen des Handelsverbands Deutschlands nach einem Spitzengespräch der Sozialpartner auf Bundesebene, um die seit Monaten feststeckenden Verhandlungen voranzubringen. „Ziel des Treffens ist eine Einigung über ein neues, effektives Verhandlungsformat“, hieß es vom Verband. Bis dahin sähen die Handelsverbände in weiteren Verhandlungsrunden auf Landesebene keinen Sinn mehr.

Ver.di droht mit Streiks im Weihnachtsgeschäft

Verhandelt wird im Handel eigentlich auf Länderebene in allen 16 Ländern – separat für den Groß- und für den Einzelhandel. Diesem Format erteilten die Arbeitgeber mit ihrem Vorschlag zum Spitzengespräch vorerst eine Absage. „Wer Verhandlungen absagt, provoziert Streiks im Weihnachtsgeschäft“, hieß von Verdi-Vertreterin Silke Zimmerer. „Denn die Absage aller Verhandlungstermine im Einzelhandel ist eine Kampfansage an die Beschäftigten und ihre ehrenamtlichen Tarifkommissionen.“

Die Verhandlungen in den Ländern betreffen Millionen Beschäftigte. Verdi fordert im Einzelhandel unter anderem in allen Regionen mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde und eine Laufzeit von einem Jahr. Je nach Bundesland kommen weitere Forderungen hinzu.