Getrübte Reisefreude: Welche Länder für den Urlaub sicher sind und welche nicht

Die Reise-Risikokarte fürs Jahr 2026, die vor dem Iran-Krieg erstellt worden ist. 2025 hatte sich die Lage in Israel, dem Iran, Indien, Pakistan und Madagaskar verbessert. Schlechter geworden war sie in Guinea-Bissau, Ecuador, Mozambik, Tansania und Venezuela.
Global Monitoring A3M- Iran-Krieg stört Flugrouten: Golf-Drehkreuze teils aus, Direktflüge teurer
- A3M liefert Risikoanalysen für Reisebranche; KI überwacht weltweite Ereignisse
- Risikokarte 2026: Osten/Südosten vielfach rot; Afrika sicher v. a. Marokko, Namibia
- USA kritischer wegen Visa/ESTA-Plänen; Kanada tiefgrün, Kuba mit Energieproblemen
- Pauschalreisen bei Reisewarnung meist kostenfrei stornierbar; nicht vorschnell stornieren
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nicht erst seit dem Krieg im Nahen Osten mit zehntausenden betroffenen deutschen Urlaubern ist klar: Bei Reisen außerhalb Europas gilt es dringend, Risiken abzuschätzen. Derzeit sitzen nicht nur Touristen in den Golfstaaten fest. Auch für viele Asien-Reisen gilt: Etliche gebuchte oder geplante Flugrouten werden im Moment nicht bedient.
Wer beispielsweise Australien, Mauritius oder die Malediven auf dem Plan hat, kann nur noch auf wenigen Direktstrecken fliegen oder muss die verbliebenen Drehkreuze in Singapur, Bangkok oder Istanbul nutzen. Die Preise für die wenigen verfügbaren Flugsitze gehen durch die Decke.
Reiseveranstalter, Verbände und das Auswärtige Amt haben zwar eigene Krisenstäbe. Fast immer greifen sie aber auf die Einschätzungen des in Tübingen gegründeten und vor Kurzem nach Hamburg abgewanderten Informations-Spezialisten A3M zurück. Auch die Tui und fast alle anderen Touristik-Unternehmen lassen sich von dort beraten.
„Des Weiteren stehen wir auch mit anderen Behörden in den Quellmärkten in Kontakt sowie mit den lokalen Behörden in den Zielgebieten,“ sagt Konzernsprecher Aage Dünhaupt. Aus touristischer Sicht gebe es momentan außerhalb des Nahen Ostens keine neuen Risikogebiete. „Aber Wettergeschehnisse oder Naturereignisse wie Erdbeben können natürlich jederzeit auftreten.“
Ständige Risikoanalyse rund um den Globus
Bei A3M beobachten Teams von Analysten in Deutschland und Indien ständig die Lage in ihren jeweiligen Zielregionen. Eine KI durchforstet das Internet nach Schlagzeilen über kriegerische Auseinandersetzungen, Streiks, Schießereien oder Naturkatastrophen. Als Quellen werden dabei Außenministerien, Touristikämter, Nachrichtenagenturen sowie Medien wie große Zeitungen oder Rundfunk und Fernsehen verwendet. „Das läuft vollautomatisiert. Dann validieren meine Kollegen die Quellen, besonders bei Vorhersagen für Erdbeben oder Tsunamis, und beziehen Fachinstitute mit ein“, erläutert A3M-Manager Mirko Jacubowski, der für das Tagesgeschäft zuständig ist .
„Im Tourismusbereich haben wir quasi ein Alleinstellungsmerkmal“, betont Jacubowski. Bei Geschäftsreisen dagegen gebe es noch andere Agenturen. Aufgrund der Problem-Meldungen von A3M prüften die Veranstalter, wie viele ihrer Kunden gerade betroffen seien. Manche übergeben sogar die Kundenkommunikation an A3M.
Drehkreuze in der Golfregion fallen derzeit aus
Wie die Risikokarte vom Jahresbeginn zeigt, auf der der aktuelle Iran-Konflikt noch gar nicht berücksichtigt ist, sind Richtung Osten und Südosten fast alle Länder rot. Bei Strecken nach Japan beispielsweise müssen die meisten Airlines Russland weiträumig umfliegen. Bei Verbindungen Richtung Südostasien fallen derzeit die großen Drehkreuze in der Golfregion aus. Die Alternativen sind sehr teure Direktflüge – auch zusätzlich aufgelegt von der Lufthansa. Zudem sollten Reisende auch auf andere Themen achten: Grenzkonflikte, Bürgerkriege und ein riesiger Monsun in Indien, Sri Lanka sowie Malaysia müssen auch noch berücksichtigt werden.
In Afrika sind aus Sicht von A3M nur Marokko und Namibia unproblematisch. Kriegerische Auseinandersetzungen und hohe Kriminalität beispielsweise bereiten oft Probleme. Ähnliches gilt für große Teile von Süd- und Mittelamerika. Kuba zum Beispiel hat riesige Probleme, vor allem bei der Öl- und Energieversorgung. Daher haben etliche deutsche Touristikanbieter das Land aus dem Reiseprogramm genommen.
Risiken für Individual-Reisende
In Nordamerika ist nur Kanada tiefgrün. Die USA dagegen werden von A3M schon kritischer gesehen – vor allem wegen der geplanten Verschärfungen bei den Bedingungen für Visa und dem ESTA-Programm, also dem automatisierten System zur Überprüfung der Einreiseberechtigung für visumfreies Reisen.
In Sachen Reiserecht müssen sich Individual-Reisende bewusst sein, das sie in Krisenländern höhere Risiken eingehen. Pauschaltouristen sind rechtlich besser geschützt. Wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für das Zielgebiet ausspricht, können sie kostenlos stornieren oder sie haben Anspruch auf einen Rücktransfer in die Heimat. Zum Teil wartet die Bundesregierung – wie auch jetzt beim Iran-Krieg – allerdings lange mit einer solchen Reisewarnung. Reisehinweise finden sich dagegen für fast alle Länder, ernstere Hinweise gibt es derzeit für rund 50 Staaten. Dazu gehören auch Teil-Reisewarnungen für einzelne Regionen in sonst eher unproblematischen Ländern (siehe Info-Kasten).
Der Deutsche Reiseverband (DRV) betont, dass er sich auch in „normalen Zeiten“ täglich mit dem Auswärtigen Amt austauscht. Er vermittelt im Krisenfall zwischen Veranstaltern und Behörden. „Wird eine Reisewarnung für ein Zielgebiet ausgesprochen, ist dies ein starkes Indiz dafür, dass im Zielgebiet oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise erheblich beeinträchtigen.“ Das hebt Torsten Schäfer, Pressesprecher des DRV hervor. Lägen solche Umstände vor, könne der Reisende in der Regel kostenlos stornieren.
Nicht vorschnell stornieren
Das Auswärtige Amt aktualisiert ständig seine Reisehinweise, am Dienstag zum Beispiel für die Türkei, Katar, Hongkong und Macao. Zu finden sind die Informationen unter www.auswaertiges-amt.de. Auch die Reiseunternehmen informieren auf ihren Internetseiten in der Regel frühzeitig über entstehende Risiken. Nicht ratsam ist es, gebuchte Pauschalreisen schon vor einer Reisewarnung, einer freiwilligen Absage oder dem Angebot einer Umbuchung seitens des Veranstalters zu stornieren. Dann ist die Gefahr groß, auf den Kosten sitzen zu bleiben.
