Börsenparkett Übertriebene Reaktionen der Anleger

Frankfurt / Rolf Obertreis 03.12.2018

Nicht einmal die Schwelle von 8 € hielt. Am Freitag stürzte die Aktie der Deutschen Bank zeitweise auf ein neues Rekordtief von 7,99 €. Der jüngste Skandal um die Verwicklung in dubiose Geldwäschegeschäfte in Steuerparadiesen setzt der Bank und ihren Verantwortlichen massiv zu. Das Papier zog zum Wochenschluss  den Deutschen Aktienindex (Dax) nach unten auf rund 11 280 Punkte. Damit ist die Bilanz auch für den November negativ. Das Börsenbarometer hat 1,5 Prozent verloren.

Das andere große Sorgenkind  bleibt Bayer. Der frühere Glanz ist seit der fragwürdigen und teuren Übernahme von Monsanto weg. Das radikale Sparprogramm mit dem Abbau von 12 000 Stellen wird daran wenig ändern. Die Talfahrt der Aktie zieht den Dax seit Wochen nach unten.

Auch Brexit, Italien und die Handelskonflikte zwischen den USA und China und den USA und Europa belasten die Stimmung weiterhin. Commerzbank-Chef-Volkswirt Jörg Krämer befürchtet, dass sich der Streit um Autozölle zwischen den USA und Europa noch verschärfen könnte. Er rechnet damit, dass sich der Dax erst im Laufe des nächsten Jahres erholen wird. „Vor dem Morgen ist die Nacht am dunkelsten“, hegt dagegen Robert Halver von der Baader Bank die Hoffnung, dass es mit dem Dax bis zum  Jahresende doch noch aufwärts gehen könnte. Auch für andere steckt inzwischen zu viel Pessimismus in den Kursen. „Die jüngste Aktienmarktkorrektur erscheint übertrieben“, sagt Michael Bissinger von der DZ Bank.

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