Trotz billigeren Öls: Benzinpreis wieder über zwei Euro

Der ADAC fordert, dass die Preise so weit fallen, dass sie um mehr als 16,7 Cent unter den Preisen vor Einführung des Tankrabatts liegen.
Peter Kneffel/dpa- Spritpreise stiegen am Wochenende erneut und liegen wieder über zwei Euro pro Liter.
- E10 kostete am Sonntag im Schnitt 2,017 Euro, Diesel 2,104 Euro – jeweils teurer als Freitag.
- ADAC kritisiert: Steuerermäßigung von 16,7 Cent wird nicht vollständig weitergegeben.
- Öl wurde zuletzt billiger, dennoch erhöhten Mineralölkonzerne laut ADAC die Preise.
- SPD-Fraktionschef Miersch fordert Auswertung und warnt vor Verstößen gegen die 12-Uhr-Regel.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Spritpreise sind über das Wochenende deutlich gestiegen und setzen sich über der Marke von zwei Euro fest. Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags 2,017 Euro, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Das waren 2,8 Cent mehr als am Freitag. Diesel verteuerte sich binnen zwei Tagen um 2,5 Cent auf 2,104 Euro pro Liter.
Vergleicht man die Tagesdurchschnitte vom Sonntag mit dem letzten Tag vor dem Tankrabatt, ist E10 damit nur noch 10,9 Cent billiger, Diesel 11,1 Cent. Beides ist deutlich weniger als die Steuerermäßigung von 16,7 Cent pro Liter.
ADAC: Rabatt wird nicht vollständig weitergegeben
Der ADAC kritisierte, dass die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent noch immer nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben werde und dass die Mineralölkonzerne erneut Preise angehoben hätten, ohne dass dies durch einen steigenden Rohölpreis gerechtfertigt sei.
Im Gegenteil: Öl verbilligte sich zuletzt. Daher forderte der Verkehrsclub, dass die Preise so weit fallen, dass sie um mehr als 16,7 Cent unter den Preisen vor Einführung des Tankrabatts liegen. Nach dem überraschenden Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der Opec+ haben sieben führende Mitgliedsländer ihre Öl-Förderquote erhöht. Saudi-Arabien, Russland und fünf weitere große Förderländer in der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner (Opec+) würden im Juni täglich 188.000 Barrel zusätzlich fördern, kündigte die Organisation am Sonntag auf ihrer Website an. Ob die Vorgabe praktisch umgesetzt werden kann, gilt wegen der Folgen des Iran-Kriegs allerdings als fraglich.
Vereinzelt noch Preise unter 2 Euro
Einzelne Tankstellen boten am Montagmorgen sowohl Diesel als auch E10 für weniger als 2 Euro an. Das liegt am typischen Tagesverlauf der Spritpreise, der sich seit Einführung der 12-Uhr-Regel herausgebildet hat. In der Regel steigen die Preise bei der einzigen erlaubten Erhöhung am Mittag stark an – oft um deutlich mehr als 10 Cent – und fallen dann bis zum nächsten Vormittag wieder relativ stark.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch reagiert ungehalten auf Berichte, wonach der Tankrabatt von den Mineralölkonzernen nicht komplett an die Verbraucher weitergegeben wird. „Das kann man sich nicht gefallen lassen“, sagte Miersch in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. Die Preise an den Zapfsäulen seien zwar gesunken, aber nicht in dem Maße, wie sie hätten sinken sollen. Das müsse man mit dem Bundeswirtschaftsministerium nun auswerten.
Eventuell müsse bei den Maßnahmen auch nachgeschärft werden, sagte Miersch. Zu fragen sei, ob die Befugnisse des Bundeskartellamtes ausreichend seien. Auch gebe es Verstöße gegen die Regel, dass Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich – nämlich um 12 Uhr – anheben dürfen. Hier gebe es die Möglichkeit für hohe Bußgelder. Er erwarte von den Behörden, dass sie die auch verhängen, sagte Miersch.
Die Steuersenkung gilt seit 1. Mai bis Ende Juni. Schon beim ersten Tankrabatt im Jahr 2022 hatte es Diskussionen darüber gegeben, ob der Steuervorteil bei den Verbrauchern angekommen sei. Dies zu beurteilen, ist schwierig, weil die Spritpreise zuletzt stark geschwankt sind.
