Tarifverhandlungen: Verdi bestreikt am Gründonnerstag Lidl und Kaufland

Lidl und Kaufland sollen am Gründonnerstag bestreikt werden.
Hendrik Schmidt/dpaDer Tarifstreit im Einzelhandel schwelt nun schon seit Monaten. In früheren Aktionswochen waren unter anderem Edeka und Rewe bestreikt worden, nun steht direkt vor Ostern die Schwarz Gruppe auf der Liste von Verdi. In einer Mitteilung verkündete die Gewerkschaft, dass es am Gründonnerstag zentrale Streikaktionen vor Kaufland- und Lidl-Filialen geben soll.
Unter dem Motto „Ostern steht vor der Tür, wir auch!“ werden die Beschäftigten im Einzel- und Großhandel zu Warnstreiks aufgerufen. Die Schwarz Gruppe ist dieses Mal das Hauptziel: „Die Schwarz-Gruppe ist mit Kaufland und Lidl der drittgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland. Sie hat damit erheblichen Einfluss in den Tarifkommissionen und im tarifpolitischen Ausschuss des Arbeitgeberverbandes HDE, den sie aber nicht nutzt“, erklärte Silke Zimmer, für den Handel zuständiges Bundesvorstandsmitglied von Verdi, dazu.
Kaufland mit freiwilliger Tariferhöhung
Stattdessen würden sie „wie alle anderen großen Handelskonzerne die Verweigerungshaltung der Arbeitgeberverbände“ unterstützen, die laut Zimmer seit Wochen jegliche Gespräche und Lösungsansätze mit der Arbeitnehmerseite verweigerten.
Die Beschäftigten seien zutiefst enttäuscht vom Verhalten der Unternehmensleitungen von Kaufland, Rewe und Edeka während dieser Lohn- und Gehaltsrunde. Dabei hatte die Schwarz Gruppe – wie auch andere Händler – erst zu Beginn des Monats eine freiwillige Tariferhöhung angekündigt. „Unter Berücksichtigung der bereits im Oktober 2023 vorgenommenen Anhebung in Höhe von 5,3 Prozent für das Tarifjahr 2023 ergeben sich ab dem Tarifjahr 2024 dann insgesamt 10 Prozent“, hieß es vor drei Wochen in einer Mitteilung. Mit dieser nochmaligen Anhebung hätten die Unternehmen der Schwarz Gruppe die grundsätzlich möglichen Erhöhungen eines angestrebten Tarifabschlusses bereits vorweggenommen, so der Konzern.
Verdi fordert 2,50 Euro mehr in der Stunde
Verdi reicht das aber nicht. „Die Vorweganhebungen, die Edeka, Rewe, Kaufland und andere Einzelhändler in den letzten beiden Wochen als Reaktion auf den gestiegenen Druck durch die weiterhin starke Streikbewegung der Beschäftigten vorgenommen hätten, reichen in der Höhe nicht aus, um die Kaufkraftverluste aus den Preisanstiegen der Jahre 2022/2023 auszugleichen“, erklärte Zimmer. Sie findet: „Sie stellen als einseitiges Zugeständnis an die Stärke der Streikenden einen leicht erkennbaren Versuch der Arbeitgeber dar, den Mut und die Entschlossenheit der Beschäftigten durch vermeintliche Wohltaten zu untergraben“.
Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde eine Lohnsteigerung von mindestens 2,50 Euro die Stunde für die Beschäftigten im Einzelhandel und eine prozentuale Erhöhung der Gehälter im Groß- und Außenhandel von 13 Prozent, mindestens aber 450 Euro.
