Keine Streiks bei der Bahn
: Lokführergewerkschaft GDL und Deutsche Bahn einigen sich auf einen neuen Tarifvertrag

Das gab es bei Beteiligung der Lokführergewerkschaft GDL seit Jahren nicht: Nach fünf Verhandlungsrunden ohne lautere Zwischentöne einigten sich die Bahn und die GDL auf einen Abschluss.
Von
dpa
Berlin
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ICE der Deutschen Bahn: ARCHIV - 10.12.2025, Berlin: Ein Mann geht am Berliner Hauptbahnhof an einem ICE vorbei. (zu dpa: «Wie Bahn und GDL ohne Arbeitskämpfe eine Einigung fanden») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Bahn und GDL haben ohne Arbeitskämpfe eine Einigung gefunden..

Sebastian Gollnow/dpa
  • Bahn und GDL einigen sich ohne Streik nach fünf Verhandlungsrunden.
  • Lineare Gehaltserhöhung: 5 Prozent über zwei Jahre plus 700 Euro Einmalzahlung.
  • Gehälter steigen zum 1. August dieses Jahres um 2,5 %, erneut zum 1. August 2027.
  • Tarifvertrag gilt rückwirkend ab 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2027; Friedenspflicht bis Ende März 2028.
  • Notarielles Zählverfahren soll Zuständigkeit zwischen GDL und EVG je Betrieb klären.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich auf eine lineare Gehaltserhöhung von fünf Prozent über zwei Jahre geeinigt. Zudem gibt es eine Einmalzahlung von 700 Euro und „spürbare Verbesserungen“ bei den Zulagen, wie der Konzern und die Gewerkschaft am Freitag mitteilten. Es ist die erste Tarifrunde der GDL bei der Bahn ohne Streiks seit vielen Jahren.

Den Angaben nach steigen die Gehälter der Bahnmitarbeiter in Betrieben, in denen GDL-Tarifverträge gelten, zum 1. August dieses Jahres um 2,5 Prozent und zum 1. August 2027 erneut um 2,5 Prozent. Weitere individuell unterschiedliche Entgelterhöhungen ergeben sich zudem durch die Einführung einer neuen, achten Entgeltstufe für Mitarbeiter mit mehr als 35 Jahren Berufserfahrung sowie durch die Erhöhung der Zulagen etwa für bestimmte Schichtdienste.

Rückwirkend mehr Geld

Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags startet rückwirkend zum 1. Januar 2026 und endet zum 31. Dezember 2027. Für die anschließende nächste Verhandlungsphase vereinbarten die Tarifpartner bereits eine Friedenspflicht bis Ende März 2028. Bis dahin dürfte es also keine Streiks geben.

Zudem einigten sich GDL und Bahn auf eine „gemeinsame Handhabung“ des Tarifeinheitsgesetzes. Unter anderem soll es ein notarielles Zählverfahren der Gewerkschaftsmitglieder in den einzelnen Bahnbetrieben geben. Hintergrund ist der Konkurrenzkampf der GDL mit der größeren Bahngewerkschaft EVG. Das Zählverfahren soll festlegen, welche Gewerkschaft in welchem Betrieb zuständig ist.

DB-Personalvorstand Martin Seiler sprach von einem „fairen und tragfähigen Ergebnis“. Gerade zum Schluss sei „intensiv“ darum gerungen worden, „aber es ist immer konstruktiv und sachlich geblieben“. So „konnten wir uns zum ersten Mal seit Jahren ohne Streiks einigen“. Die GDL erklärte, der Tarifabschluss stärke „den Kernbetrieb Eisenbahn und hebt die materielle Grundlage zahlreicher Berufsgruppen auf ein neues Niveau“.