Süßwaren: Hussel beantragt Insolvenz - auch Filiale in Ulm betroffen

Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit insolvent: Der Süßwaren-Fachhändler Hussel.
Stefan Sauer/dpaDie Süßwaren-, Kaffee- und Teefirmen Arko, Hussel und Eilles der Deutschen Confiserie Holding haben Insolvenz angemeldet. Die Anträge beim Amtsgericht Norderstedt wurden am Freitag im offiziellen Insolvenzportal „Insolvenzbekanntmachungen“ veröffentlicht. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei der Hamburger Rechtsanwalt Dietmar Penzlin bestellt worden. Es ist bereits das zweite Insolvenzverfahren innerhalb kurzer Zeit. 2021 hatten Arko, Hussel und Eilles als Folge der Corona-Krise eine Insolvenz in Eigenregie beantragt und sich letztlich retten können.
Die norddeutsche Arko GmbH als Kaffeehändler, die Hussel GmbH als Confiserie- und Süßwarenspezialist und die Eilles GmbH & CO. KG als Teeverkäufer unterhalten deutschlandweit rund 300 Filialen. Einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge haben die drei Unternehmen mit Hauptsitz im schleswig-holsteinischen Wahlstedt rund 1200 Beschäftigte. Deren Löhne und Gehälter sind nun über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.
Zu den mehr als 300 Standorten gehören Im Südwesten unter anderem Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Aalen, Heidenheim, Ludwigsburg und unter anderem auch Ulm, wo Hussel am Münsterplatz vertreten ist. Hintergrund der Insolvenz ist die seit Monaten getrübte Konsumlaune in Deutschland, die dem gesamten Einzelhandel zu schaffen macht. Der Nachfrageschunde, hohe Kosten und gestiegenen Preise haben nun den namhaften Süßwarengeschäften zum zweiten Mal so stark zugesetzt, dass nun den vorläufige Insolvenzverwalter versuchen wird, den Geschäftsbetrieb der auf Süßwaren und Kaffee spezialisierten Geschäfte fortzuführen.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Penzlin dürfte zunächst versuchen, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, das wichtige Ostergeschäft zu retten und einen Käufer für die Unternehmen oder Teile davon zu finden. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1949 im westfälischen Hagen, es gehörte früher einmal auch zur Douglas Holding und galt lange Zeit als die Nummer ein im deutschen Fachmarkt für Süßwaren.