Streit in Energiekonzern
: ENBW-Chef legt überraschend Amt nieder

Der Vorstandschef des drittgrößten deutschen Energiekonzerns ENBW Andreas Schell wirft vorzeitig hin. Die Worte des Aufsichtsratschef klingen in dieser Situation wenig glaubhaft.
Von
dpa
Karlsruhe
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  • Ex-ENBW-Chef Andreas Schell war gerade mal anderthalb Jahre im Amt.

    Ex-ENBW-Chef Andreas Schell war gerade mal anderthalb Jahre im Amt.

    Bernd Weißbrod
  • Er rückt an die Spitze: Georg Stamatelopoulos, bislang Vorstand für nachhaltige Erzeugungsinfrakstruktur der ENBW AG

    Er rückt an die Spitze: Georg Stamatelopoulos, bislang Vorstand für nachhaltige Erzeugungsinfrakstruktur der ENBW AG

    Bernd Weißbrod/dpa
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Der Vorstandschef des Energieversorgers ENBW, Andreas Schell, hat sein Amt überraschend niedergelegt. Der Aufsichtsrat habe dieser Entscheidung in einer außerordentlichen Sitzung zugestimmt, teilte das Unternehmen am Freitag in Karlsruhe mit. Wesentlicher Grund waren demnach unterschiedliche Auffassungen zwischen dem Aufsichtsrat und Schell in entscheidenden Fragen der strategischen Weiterentwicklung. Schell hatte sein Amt als ENBW-Chef erst im November 2022 angetreten – mit einer Vertragslaufzeit von drei Jahren. Auf den Chefposten rückt nun Vorstandsmitglied Georg Stamatelopoulos.

Angesichts des höchst ungewöhnlichen Vorgangs klingen die Worte des ENBW-Aufsichtsratsvorsitzenden Lutz Feldmann befremdlich und floskelhaft: „Wir bedauern diesen Schritt, der im gegenseitigen Einvernehmen stattfindet.“ Trotz intensiver Diskussionen habe man in den vergangenen Monaten keine Einigkeit erzielen können.

Stamatelopoulos verantwortet aktuell im Vorstand des Energiekonzerns das Ressort „Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur“. Er wurde den Angaben nach bis Ende seiner bestehenden Bestellungen, also bis 31. Mai 2029, zum Vorstandsvorsitzenden ernannt.