Streiks bei Lufthansa aktuell
: Wann droht der nächste Streik im Flugverkehr?

Dicke Luft bei Lufthansa: bei der Airline drohen Streiks in gleich mehreren Berufsgruppen …
Von
Philipp Staedele
Frankfurt/Main
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Der Warnstreik beim Bodenpersonal ist zu Ende, doch ist die Streikgefahr damit gebannt?

David Young/dpa

Nach dem Streik ist vor dem Streik: Nach dem Ausstand des Bodenpersonals wird bei der Lufthansa wieder verhandelt. Doch Passagiere von Lufthansa müssen in den kommenden Tagen auch weiterhin die Flugpläne genau verfolgen, denn nicht nur beim Bodenpersonal droht Ärger. Wann drohen jetzt die nächsten Streiks bei Lufthansa?

Lufthansa rüstet sich für nächsten Streik

Vertreter des Unternehmens und der Gewerkschaft Verdi sind am Mittwochmittag in der Frankfurter Lufthansa–Zentrale zusammengekommen, um nach einem Kompromiss in dem Tarifkonflikt zu suchen. Am Vormittag waren zunächst noch Starts und Landungen ausgefallen, bevor sich der Betrieb im Laufe des Tages normalisierte.

In Berlin verhandelt die Gewerkschaft seit dem Vormittag parallel mit den privaten Sicherheitsunternehmen, die an den Flughäfen im Auftrag der Bundespolizei die Passagier– und Gepäckkontrollen übernehmen. Hier geht es um die Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 25 000 Beschäftigten.

Lufthansa: Wann wird gestreikt?

Über weitere Streiks des Bodenpersonals oder Sicherheitspersonals ist bislang nichts bekannt. Die Verhandlungen laufen wieder und werden am Donnerstag fortgesetzt — in beiden Runden scheint ein Durchbruch möglich.

Derweil verlaufen die Verhandlungen für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bislang weitgehend friedlich. Dennoch, die Friedenspflicht ist auch hier abgelaufen.

Verdi–Streik: Wie waren die Auswirkungen am Wochenende?

Seit Montagabend waren bei der größten deutschen Fluggesellschaft mehr als 1000 Flüge wegen des zweiten Verdi–Warnstreiks ausgefallen.

Vor den beiden Warnstreiks des Lufthansa–Bodenpersonals hatte Verdi am 1. Februar einen bundesweiten Warnstreik der Luftsicherheitsleute organisiert, der ebenfalls zu rund 1100 Flugausfällen geführt hatte. Bei der Lufthansa war der zweite Ausstand von Technikern, Logistikern und Schalterpersonal besonders an den Drehkreuzen München und Frankfurt zu spüren. Streikaktionen gab es auch in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart.

Mit welchen Auswirkungen ist bei neuen Streiks zu rechnen?

Verdi verhandelt bei der größten deutschen Fluggesellschaft und einigen Konzerntöchtern wie Cargo und Lufthansa Technik für das Bodenpersonal. Tarifverträge für die Piloten hat in der Vergangenheit die Vereinigung Cockpit abgeschlossen und für das Kabinenpersonal verhandelt parallel die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo). Alle drei Gewerkschaften sind in der Lage, den Flugbetrieb der Lufthansa mit einem Streik weitgehend stillzulegen.

Lufthansa: Streiks in drei Berufsgruppen möglich

Wie stark die Vereinigung Cockpit (VC), die für die Piloten verhandelt, beim neuen Lufthansa–Ferienflieger Discover mit derzeit 24 Flugzeugen ist, hat sich durch die erfolgreiche Urabstimmung gezeigt.

Mit rund 25 000 Beschäftigten ist auch das Bodenpersonal der Lufthansa–Gruppe in Deutschland als eine der größten Beschäftigtengruppen in die Verhandlungen gegangen. Die Forderungen sind kräftig — 12,5 Prozent mehr Geld, Ende der Mehrarbeit im Osten sowie höhere Schichtzulagen und Inflationsausgleichsprämie.

Obwohl die Friedenspflicht bereits ausgelaufen ist, verlaufen die Verhandlungen mit Ufo für rund 18 000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei der Konzernmutter derweil noch weitgehend friedlich. Ärger gibt es hier eher um die Tochter Cityline, deren rund 1000 Kabinenkräfte nach dem Willen des Managements zur neuen, fast namensgleichen Gesellschaft City Airlines wechseln sollen.

(mit Informationen von dpa und AFP)