Streiks bei der Lufthansa: Jetzt legen die Flugbegleiter die Arbeit nieder

Die Gewerkschaft Ufo hat für diese Woche Streiks bei der Lufthansa angekündigt. Wann ist es soweit?
Matthias Balk/dpaIn dieser Woche legen neue Streiks den Verkehr in Deutschland lahm. Neben der Bahn soll auch wieder bei der Lufthansa die Arbeit ruhen. Diesmal haben die Flugbegleiter Streiks angekündigt.
Wann wird bei der Lufthansa gestreikt?
Kaum ist der Warnstreik beim Bodenpersonal zu Ende gegangen, ruft die Kabinengewerkschaft Ufo die rund 19.000 Flugbegleiter der Lufthansa und der Lufthansa Cityline für diesen Dienstag und Mittwoch zum Streik auf. Bestreikt werden jeweils von 4.00 bis 23.00 Uhr am Dienstag alle Abflüge von Frankfurt und am Mittwoch alle Abflüge von München, wie Ufo am Samstagabend mitteilte. Die Flugbegleiter der Kerngesellschaft und der Regionaltochter Lufthansa Cityline hatten zuvor in getrennten Urabstimmungen mit jeweils mehr als 96 Prozent für den Streik gestimmt.
Welch Auswirkungen hat der Streiks auf die Flüge?
Der Lufthansa–Konzern kritisierte, die Gewerkschaft trage die Tarifauseinandersetzung ohne Not auf dem Rücken der Passagiere aus. Ufo treffe mit diesem Streik voraussichtlich rund 100 000 Passagiere. Die Lufthansa prüfe aktuell die Auswirkungen auf den Flugplan. Personalvorstand Michael Niggemann betonte, es liege ein sehr gutes Angebot auf dem Tisch. „Wir bleiben dialogbereit und fordern die Ufo auf, sich mit uns wieder an den Verhandlungstisch zu setzen.“
Darüber verhandeln Lufthansa und Gewerkschaft
Lufthansa bietet demnach ihren Beschäftigten im Kern bei einer Laufzeit von 24 Monaten 6,0 Prozent mehr Geld zum August 2024 sowie 3,25 Prozent zum August 2025. Zudem soll im April 2024 eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro gezahlt werden. Für die Cityline soll es bei einer Laufzeit von 30 Monaten 5,0 Prozent mehr zum März 2024, 3,0 Prozent mehr zum März 2025 sowie 2,5 Prozent zum Januar 2026 geben. Dazu kommt die Auszahlung der restlichen Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro.
Ufo betonte, der Konzern habe erst am Donnerstag für 2023 einen Nettogewinn in Höhe von fast 1,7 Milliarden Euro verkündet. „Die Kabine muss nun auch an diesem Erfolg beteiligt werden und die Zugeständnisse, die während der Corona–Krise gemacht wurden, müssen ausreichend kompensiert werden“, sagte Joachim Vázquez Bürger, Ufo–Vorstandsvorsitzender.
Für die laut Gewerkschaft etwa 18.000 Kabinenbeschäftigten der Lufthansa und die knapp 1000 Kräfte der Cityline — das Unternehmen spricht von zusammen etwa 20 000 Beschäftigten — fordert Ufo im Kern 15 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von 18 Monaten. Außerdem will die Gewerkschaft eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro sowie höhere Zulagen erreichen. In den getrennten Tarifverhandlungen hatte die Gewerkschaft die jeweiligen Angebote als unzureichend abgelehnt.
