Streik an Berliner Hochschulen
: Verdi ruft Mitarbeiter zu Protesten auf

In Berlin streiken die Hochschulen. Welche Unis streiken jetzt? Finden trotzdem Vorlesungen statt? Alle Infos im Überblick.
Von
Philipp Staedele
Berlin
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An Berliner Hochschulen wird gestreikt. Welche Unis betroffen sind und ob trotzdem Vorlesungen stattfinden, erfahrt ihr hier.

Rolf Vennenbernd/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem Warnstreik an Berliner Hochschulen aufgerufen. Die Gewerkschaft Verdi rechnete insgesamt etwa mit 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Erwartet würden Beschäftigte im Tarifvertrag der Länder (TV-L) sowie studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Julia Dück am Montagmorgen. Die Streiks finden im Rahmen der Tarifverhandlungen mit den Ländern statt.

Wann wird an den Hochschulen gestreikt?

Der Aufruf zum Streik von der Gewerkschaft Verdi ist für den kommenden Montag, den 20. November 2023, angesetzt. Laut einer Mitteilung von Verdi findet die Hauptkundgebung des Streiks ab 12 Uhr vor der Humboldt-Universität in Berlin-Mitte statt.

Welche Hochschulen sind betroffen?

Verdi hat Beschäftigte folgender Hochschulen und Einrichtungen zum Streik aufgerufen:

  • Humboldt Universität
  • Technische Universität
  • Freie Universität
  • Berliner Hochschule für Technik
  • uni-assist e.V.
  • Lette Verein
  • Berliner Hochschulen im Anwendungsbereich des TV-L

Finden jetzt trotzdem Vorlesungen statt?

Einige vom Aufruf betroffene Einrichtungen rechnen nicht mit spürbaren Einschränkungen, andere können dies nicht abschätzen, wie es auf dpa-Anfrage hieß.

Die Freie Universität teilte mit, dass zum Aufrechterhalten unbedingt nötiger Dienstabläufe etwa in Laboratorien die Einrichtung von Notdiensten geprüft werde. Nach Angaben Dücks hat an der HU zum Beispiel ein Ethnologie-Institut angekündigt, am Montag geschlossen zu bleiben.

Um sicherzugehen, sollten Studierende sich direkt an die jeweiligen Lehrkräfte bzw. an das Studierendenwerk der jeweiligen Universität wenden.

Was ist der Hintergrund der Streiks?

Im Rahmen der Tarifverhandlungen mit den Ländern fordert die Gewerkschaft für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder eine Gehaltserhöhung von 10,5 Prozent, mindestens 500 Euro und 200 Euro mehr für Auszubildende und Nachwuchskräfte. Außerdem drängt Verdi darauf, auch einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte abzuschließen.

„An den Hochschulen herrscht enorme Unzufriedenheit über die Reallohnverluste wegen der enormen Preissteigerungen“, so Stefanie Nickel aus der Verdi-Bundestarifkommission. „Besonders für Beschäftigte in Verwaltung, Technik und den Sekretariaten, aber auch für Beschäftigte im Mittelbau, die oft nur Teilzeitverträge haben, ist ein guter Tarifabschluss enorm wichtig.“

Im Rahmen eines Hochschulaktionstags sollen auch die Arbeitsbedingungen an den Berliner Hochschulen ein Thema sein. Verdi kritisierte, Personalmangel, Überlastung, unattraktive Vergütung und eine hohe personelle Fluktuation seien vor allem in Verwaltung, Technik und Service ein Grund für Unzufriedenheit.

Die nächste Runde in den Tarifverhandlungen ist für den 7. und 8. Dezember geplant.

(mit Material von dpa)