Stiftung Warentest Pfanne: Nur vier beschichtete Pfannen sind „gut“ - Ikea und Real rasseln durch

Stiftung Warentest hat 14 Pfannen getestet. Das Ergebnis war durchwachsen.
Moritz Frankenberg/dpaUmsonst zu arbeiten ist wirklich ärgerlich. Beim Kochen kann dies geschehen, wenn sich das mit viel Aufwand zubereitete Essen nicht auf den Teller befördern lässt, sondern in der Pfanne kleben bleibt. Die Stiftung Warentest hat 14 beschichtete Pfannen untersucht und festgestellt, dass nur vier davon „gut“ sind, zwei aber ein Risiko für die Sicherheit darstellen. Alte Pfannen schaffen es nicht mehr, dass sich ein Pfannkuchen ablöst, ist ein Ergebnis.
Wie in der Januar-Ausgabe von „test“ zu lesen ist, wurden die Pfannen mit Metallkugeln und grobem Schleifmittel bestückt und 45 Minuten durchgerüttelt, um einen Alterungsprozess zu simulieren. Anschließend lösten sich Pfannkuchen nur mit Mühe und rutschten nicht mehr auf den Teller. Für andere Speisen seien sie aber noch zu gebrauchen, schreiben die Verbraucherschützer. An sich ist die sogenannte PTFE-Schicht (bekannt unter dem Markennamen „Teflon“) gut, um Eierspeisen, Gemüse und Fisch sanft garen zu lassen. Früher oder später verliert jede Versiegelung allerdings ihre Wirkung. Manche Hersteller und externe Firmen beschichten Pfannen neu für rund 20 Euro. Die Adressen lassen sich im Internet finden.
Pfannen bei Stiftung Warentest - Metallbesteck ist der Pfannen größter Feind
Der größte Feind beschichteter Pfannen ist Metallbesteck. Naschen mit einer Gabel lässt feine Kratzer in der Kunststoffschicht entstehen. Die Antihaftwirkung ist dann zerstört. Saure Lebensmittel und kratzende Reinigungsschwämme sind ebenso schlecht. Bei schonendem Umgang halten Pfannen aber mehrere Jahre. Die Kochgeräte sollten mit warmen Wasser, Spülmittel und weichem Schwamm gereinigt und nicht in der Geschirrspülmaschine gespült werden – auch wenn manche Hersteller davon nicht abraten. Zwischen gestapelten Pfannen sollte zum Schutz ein Hand- oder Filztuch liegen.
Pfannen von Ikea und Real fallen durch den Test
Die Verbraucherschützer empfehlen, Pfannen niemals ohne Speisen zu erhitzen. Das von Ikea untersuchte Produkt „365+“ heizte sich auf einem Induktionsgerät bis auf 400 Grad auf. Ab 360 Grad setzt PTFE laut Bundesinstitut für Risikobewertung giftige Dämpfe frei. Zudem drohen am Griff Verbrennungen. Die Pfanne von Ikea für 24,40 Euro und Reals „Steinbach Altadena“ für 30 Euro kommen mit der Note „Mangelhaft“ auf die letzten Plätze. Platz 1 und 2 mit „Gut“ erreichten Gastro Sus’ „Diamas Pro Instar“ für 60 Euro und Fisslers „Adamant Comfort“ für 100 Euro.
Kochen ist in. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland für Glaswaren, Tafelgeschirr und Küchengeräte stiegen laut Statistikdienst Statista von 6,22 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 10,51 Milliarden 2019.

Auf die Beschichtung der Pfannen kommt es laut Siftung Warentest an. Viele fielen beim Test in dieser Hinsicht aber durch.
Karl-Josef Hildenbrand/DPADas ist die Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest wurde 1964 auf Beschluss des Deutschen Bundestages gegründet, um dem Verbraucher durch die vergleichenden Tests von Waren und Dienstleistungen eine unabhängige und objektive Unterstützung zu bieten, wie auf der Internetseite test.de zu lesen ist. Als unabhängige Stiftung bürgerlichen Rechts ist sie frei bei der Testplanung und bei der Entwicklung und Anwendung ihrer Testkriterien. Sie kauft Produkte anonym im Handel ein und nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch.
Und weiter heißt es auf der Seite von test.de: Oberstes Gebot ist die Neutralität. Die Stiftung darf laut Satzung keine Einnahmen durch Werbeanzeigen erzielen. Deshalb bekommt sie eine jährliche Ausgleichszahlung vom Staat, die im Jahr 2019 knapp fünf Prozent ihrer Einnahmen ausmacht. Zum größten Teil finanziert sie sich aber durch den Verkauf ihrer Publikationen. Freie Testplanung, anonymer Prüfmustereinkauf und Anzeigenfreiheit – das alles garantiert die Unabhängigkeit der Stiftung Warentest. Und es garantiert dem Verbraucher, dass auf ihre Qualitätsurteile Verlass ist.

