Spritpreise steigen
: Preissprung an den Tankstellen zum Jahreswechsel erwartet

Die Spritpreise sind nach wochenlangem Rückgang zum Jahresende wieder höher – und sie sollen noch weiter steigen.
Von
Laura Mensch
München
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Das zweitteuerste Spritjahr geht zu Ende. Für 2024 ist zwar Entspannung in Sicht, aber erstmal wird der Sprit wohl nochmal teurer.

Jonas Walzberg/dpa

In den vergangenen Wochen konnten Autofahrer an der Zapfsäule beim Blick auf die Preise aufatmen. Der Spritpreis sank immer weiter. Nach dem wochenlangen Abwärtstrend ist Tanken zum Jahresende nun aber wieder teurer geworden. Wie der ADAC am Mittwoch in seiner aktuellen Auswertung mitteilte, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel zuletzt 1,707 Euro und damit 0,5 Cent mehr als in der Vorwoche. Der Dieselpreis stieg im Wochenvergleich um einen Cent auf 1,688 Euro je Liter. Grund dafür ist vor allem der Anstieg des Rohölpreises, ausgelöst durch die Spannungen im Nahen Osten, welche die Sicherheit der Lieferwege beeinträchtigen könnten.

Spritpreis steigt – zum Jahreswechsel wird es noch teurer

Zum Jahreswechsel ist ein weiterer kleiner Preissprung zu erwarten, wenn der CO2-Preis steigt. Laut dem Kraftstoffmarkt-Experten des ADAC, Christian Laberer, bedeutet das bei E10 eine zusätzliche Belastung von circa 4,3 Cent, bei Diesel von 4,7 Cent pro Liter. „Es kann aber sein, dass die Mineralölkonzerne diese Preiserhöhung schon ein paar Tage vor Neujahr zumindest teilweise vorwegnehmen“, sagt er und rät, lieber früher zu tanken.

Allgemein empfiehlt der Automobilclub Autofahrerinnen und Autofahrern, abends zu tanken. Zwischen 20 Uhr und 22 Uhr, aber auch zwischen 18 Uhr und 19 Uhr seien die Preise besonders niedrig, in den Morgenstunden sei Tanken hingegen meist teurer.

Hoffnung auf Entspannung im neuen Jahr 2024

Während das zweitteuerste Spritpreisjahr in Deutschland seinem Ende zusteuert, machen die zuletzt gesunkenen Preise trotz kleinem Preissprung zum Jahresende Autofahrern Hoffnung, dass 2024 an der Zapfsäule entspannter wird. „Für 2024 bin ich verhalten optimistisch, dass Benzin sich etwa auf dem aktuellen, etwas entspannteren Niveau bewegt“, sagt Laberer. „Diesel könnte sogar noch nachgeben, wenn im Frühjahr mit dem Ende der Heizsaison der für diese Jahreszeit typische Rückgang kommt.“ Insgesamt komme es aber stark auf den Ölpreis an, der bei Weltkrisen stark ansteigen könne, schränkt er ein.

„2023 war nicht so extrem wie 2022, aber dennoch ein außergewöhnliches Jahr – und das zweitteuerste aller Zeiten“, sagt Laberer. Das steht bereits einige Tage vor dem Ende des Jahres fest. Solange es nicht massive Anstiege oder Abstürze der Spritpreise im deutlich zweistelligen Centbereich gibt, wird Diesel im Jahresschnitt etwa 1,72 Euro pro Liter gekostet haben, Superbenzin der Sorte E10 1,79 Euro. Im Vergleich zum Extremjahr 2022 war E10 damit um rund 7 Cent billiger, Diesel um mehr als 22 Cent.

Hinter diesen Durchschnitten verbergen sich starke Schwankungen. Zwischen dem billigsten und dem teuersten Tag lagen bei E10 rund 21 Cent, bei Diesel sogar gut 30 Cent. Dafür sorgen an den Rohölmärkten vor allem zwei gegenläufige Entwicklungen: Verknappung auf der Angebotsseite und Schwäche aufseiten der Nachfrage.