Schokolade, Butter, Eier
: Teures Osterfest: So viel mehr kosten Backzutaten und Osterhasen

Der Kakaopreis und damit auch die Kosten für Schokolade explodieren seit Monaten förmlich, aber auch andere klassische Oster-Lebensmittel sind deutlich teurer geworden. Nur eines nicht.
Von
Julia Kling
Ulm
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Ostersonntag in Bayern: ARCHIV - 17.04.2022, Bayern, Garmisch-Partenkirchen: Traditionelle Osteressen wie ein Osterzopf, bunte Ostereier und ein Osterlamm sind neben der Osterkerze auf einem Tisch eingedeckt. (zu dpa: «Viele Backzutaten für Osterlämmer werden teurer») Foto: Angelika Warmuth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wer ein Osterlamm backen will, muss tiefer in die Tasche greifen, weil vor allem Butter deutlich teurer geworden ist.

Angelika Warmuth/dpa
  • Osterbackzutaten sind teurer, besonders Butter (+23,3%). Zucker ist günstiger (-26,1%).
  • Schokoladenpreise steigen stark wegen höherem Kakaopreis. Lindt-Goldhase kostet über 4 Euro.
  • Kakaoernte in Westafrika leidet unter Klimawandel, Preise für Kakaobohnen stark gestiegen.
  • Schokoladenkonsum in Deutschland sinkt; 20% weniger Pralinen verkauft.
  • Hersteller experimentieren mit Kakaoersatz, Qualität bleibt jedoch erhalten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Osterlamm für das Frühstück am Ostersonntag, bunte Eier für die Nestchen-Suche im Garten und ein Hase aus Schokolade darf natürlich auch nicht fehlen. Das anstehende Osterfest lebt in vielen Familien von liebgewonnen Traditionen, die sich oft um Kulinarisches drehen. Und genau hier wird es für Verbraucherinnen und Verbraucher in diesem Jahr bitter. Denn die Preise für viele  dafür benötigte Lebensmittel sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen.

Am stärksten hat sich laut dem Statistischen Bundesamt Butter verteuert. Im März lag ihr Preis 23,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im Herbst war er auf ein Rekordhoch gestiegen, ist er wieder etwas gesunken. Auch für Schokolade müssen Verbraucher deutlich mehr bezahlen: Um 16,7 Prozent stieg der Preis im Vergleich zum März 2024. Weniger extrem entwickelten sich die Preise für Eier (plus 2,5 Prozent) und Mehl (plus 0,4 Prozent). Zum Vergleich: Im Durchschnitt legten die Preise für Nahrungsmittel im März im Jahresvergleich um drei Prozent zu.

Diese Teuerungen betreffen vor allem Hobbybäckerinnen und -bäcker, die nun teils deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Aber nicht bei allen Zutaten: Deutlich günstiger ist Zucker, dessen Preis nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 26,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats lag.

Vergleich zu 2020 zeigt deutliche Unterschiede

Vergleicht man hingegen die Vorjahrespreise mit denen vor fünf Jahren, ergibt sich ein kräftiger Preisanstieg. Die einschlägigen Produkte sind zwischen den Jahren 2020 und 2024 um mehr als ein Drittel teurer geworden, wie das Statistische Bundesamt berichtet. So kostete Tafelschokolade 31,8 Prozent mehr, während andere Schokoartikel sogar 45,9 Prozent teurer waren als vier Jahre zuvor.

Zum Vergleich: Sämtliche Lebensmittel sind in dem Zeitraum durchschnittlich 33,2 Prozent teurer geworden, während die allgemeine Steigerung der Verbraucherpreise 19,3 Prozent betrug. Teurer wurden seit 2020 auch Eier, sie kosteten im vergangenen Jahr 38,5 Prozent mehr als noch vier Jahre zuvor.

Unter dem Strich dürfte also das Backen eines Osterlamms in diesem Jahr etwas teurer sein als beim Osterfest 2024, weil – mit Blick auf das Rezept – der Anstieg bei Butter stärker ins Gewicht fällt als der Rückgang beim Zucker. Aber: Im Vergleich zu vielen anderen Kuchen ist das Osterlamm immer noch recht günstig, vor allem wenn es selbst gebacken wird.

Die hohen Preise für Kakao auf dem Weltmarkt machen sich auch an den Preisen für Osterhasen bemerkbar – und das nicht nur in Deutschland. Wer dieses Jahr Schokolade fürs Osternest kauft, zahlt deutlich mehr und bekommt weniger. „Wir sehen den Schokoladenmarkt vor einer Teuerungswelle, wie sie in der jüngeren Geschichte kaum vorgekommen ist“, warnt die US-Investmentbank J.P. Morgan.

Nach Daten des Statistischen Bundesamts bekommen die Verbraucher in Deutschland für jeden Euro ein Drittel weniger Schokolade als vor fünf Jahren. Der beliebte „Goldhase“ von Lindt schlägt erstmals mit mehr als  vier Euro zu Buche. Tafeln sind im Schnitt fast ein Drittel teurer als im Vorjahr, wie Zahlen des Marktforschers NIQ für das erste Quartal zeigen. Die Alpenmilch-Sorte von Ritter Sport kostet statt 1,49 nun 1,89 Euro. Und Verbraucherschützer kürten „Milka“ des Konzerns Mondelez jüngst zur „Mogelpackung des Monats“: Während die lila Tafel von 100 auf 90 Gramm schrumpfte, wuchs der Preis von 1,49 auf 1,99 Euro.

Westafrikas Kakaobauern spüren Klimawandel

Die Zeiten günstigen Kakaos sind Experten zufolge wohl endgültig vorbei. Westafrika, wo gut drei Viertel aller Bohnen herkommen, spürt den Klimawandel. Wetterextreme, Schädlinge und Misswirtschaft treiben den Preis. Die Ernte in Ghana brach 2024 um fast die Hälfte ein – die schlechteste in zwei Jahrzehnten – und erholt sich in diesem Jahr weniger als erhofft. Auch die Elfenbeinküste meldete herbe Rückgänge. Die Tonne Kakao wurde 2024 für bis zu rund 12.000 Euro gehandelt, sechsmal so teuer wie vor wenigen Jahren.

Für Schokoladen-Liebhaber sieht der britische Rohstoffexperte Tedd George ein erschreckendes Szenario: Die Süßigkeit selbst könnte sich ändern. „Sie wird immer noch genauso aussehen und schmecken, aber sie wird weniger und schlechteren Kakao enthalten“, meint er. Hersteller experimentieren schon jetzt mit Rezepten, um Kakaobutter etwa durch Baumwollsamenöl zu ersetzen.

Chocolatiers beeilen sich zu betonen, dass das trotz der Preislage nicht zur Debatte stehe. „Dass sich mit diesen Ersatzprodukten Schokolade machen lässt, die die damit verbunden Genussmomente auslöst, sehen wir aktuell nicht“, sagt eine Sprecherin von Ritter Sport. „Trotz Kostendruck halten wir an der hohen Qualität unserer Premiumprodukte fest“, teilt Lindt & Sprüngli mit.

Deutlich weniger Konsum

In Deutschland wirken sich die Preise schon jetzt auf den Schokoladenkonsum aus. Nach Zahlen des Marktforschers NIQ wurde zu Jahresbeginn 10 Prozent weniger Tafelschokolade und 20 Prozent weniger Pralinen verkauft. Die deutschen Süßwarenhersteller produzierten nach Angaben des Verbands BDSI aufgrund der gestiegenen Preise nur 228 Millionen Schoko-Osterhasen – 12 Millionen weniger als 2024.