Rüstungsfirma Hensoldt
: Kartellamt gibt grünes Licht für ESG-Deal

Eine der größten Übernahmen der Rüstungsindustrie ist in trockenen Tüchern. Hensoldt – dessen größtes Werk in Ulm liegt – darf die Rüstungselektronikfirma ESG übernehmen. Die beiden Unternehmen arbeiten an unterschiedlichen Produkten, sagt das Bundeskartellamt.
Von
dpa
Ulm
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F-35 Tarnkappenjets der Rüstungsschmiede Lockheed Martin aus den USA mit einem Radargerät des Rüstungsunternehmens Hensoldt.

Britta Pedersen/dpa

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Münchner Rüstungselektronikfirma ESG durch den Rüstungskonzern Hensoldt genehmigt. Es bestünden keine „keine wettbewerblichen Bedenken, da die beiden Unternehmen innerhalb des Bereiches der Sicherheits- und Verteidigungselektronik bislang ganz überwiegend unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen anbieten“, sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, am Donnerstag in Bonn.

Vernetzung von Drohnen

Hensoldt mit Sitz in Taufkirchen bei München baut Radare und optoelektronische Systeme; ESG integriert unterschiedliche elektronische Komponenten, beispielsweise von Kampffliegern der Bundeswehr. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits bei der Vernetzung von Drohnen und weiterer Land-, Luft- und Seestreitkräfte zum Future Combat Mission System (FCMS) zusammen.

Bisher gehört ESG der Beteiligungsgesellschaft Armira, bei Hensoldt sind der Bund und der italienische Rüstungskonzern Leonardo Großaktionäre. ESG wird bei der Übernahme mit einem Unternehmenswert von mindestens 675 Millionen Euro bewertet. Hensoldt will den Kauf mit einer Kapitalerhöhung und Schulden stemmen.