Mercedes-Benz verschärft Sparkurs
: Stuttgarter Autobauer verschiebt Sonderzahlung für Mitarbeiter

Der Stuttgarter Autobauer verschiebt eine wichtige Zahlung – und denkt sogar über längere Arbeitszeiten ohne mehr Geld nach. Was das für Mitarbeiter jetzt bedeutet.
Von
dpa
Stuttgart
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Mercedes-Benz Factory 56: ARCHIV - 30.04.2026, Baden-Württemberg, Sindelfingen: Ein Mercedes-Benz Arbeiter montiert im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen in der Factory 56 einen Mercedes Stern auf ein Fahrzeug der S-Klasse. (zu dpa: «Mercedes verschärft Sparkurs – Sonderzahlung wird verschoben») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der intensive Wettbewerb in China ist ein Problem von Mercedes. Auf unserem Bild montiert ein Mitarbeiter einen Mercedes Stern auf ein Fahrzeug der S-Klasse.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Mercedes-Benz verschärft den Sparkurs – eine tarifliche Sonderzahlung wird verschoben.
  • Der „Transformationsbaustein“ für Juli fällt aus und soll erst im kommenden Jahr fließen.
  • Management will mit dem Betriebsrat über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich sprechen.
  • Begründung: hohe Arbeitskosten in Deutschland und starker Wettbewerb, besonders in China.
  • Ergebnis und Umsätze gingen zurück, ein Sparprogramm namens „Next Level Performance“ läuft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Autobauer Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs. Der Dax-Konzern verschiebt eine für den Juli vorgesehene tarifliche Sonderzahlung auf das kommende Jahr. Das geht aus einem Schreiben an die Beschäftigten in Deutschland hervor, welches der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Um welche Summe es insgesamt geht, war zunächst unklar. Bei der Sonderzahlung handelt es sich um den jährlichen „Transformationsbaustein“, der 18,4 Prozent vom regelmäßigen individuellen Monatsentgelt beträgt.

Vorstand: Situation dramatisch

Die strukturellen Kosten in Deutschland – insbesondere die Arbeitskosten – seien im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig, hieß es. Zugleich will das Management mit dem Betriebsrat in den kommenden Wochen über eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sprechen, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Laut Tarifvertrag arbeiten die Beschäftigten zurzeit 35 Stunden in der Woche.

In dem Brief schrieb der Vorstand, dass man „weiterhin mit Hochdruck die Kosten senken“ müsse, um bei den Preisen für die Produkte wettbewerbsfähig zu bleiben. „Trotz all unserer Anstrengungen ist die Situation heute in Deutschland dramatisch“, hieß es darin. Jede Vergabe neuer Produkte, jede Zuweisung von Aufgaben an deutsche Standorte verschlechtere die relative Kostenposition von Mercedes.

Gewinneinbruch bei Mercedes-Benz

Mercedes hat seit Längerem mit Rückschlägen zu kämpfen. Im ersten Quartal dieses Jahres sank das Konzernergebnis um 17,2 Prozent. 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem es schon 2024 schlechter gelaufen war. Zölle, negative Wechselkurseffekte und der intensive Wettbewerb in China hätten die Ergebnisse belastet, hieß es. Rückläufig waren auch Absatz und Umsatz.

Die Schwaben hatten darauf reagiert und vor etwas mehr als einem Jahr ein Sparprogramm aufgelegt, wobei Mercedes von einem Programm zur Leistungssteigerung („Next Level Performance“) sprach.