Nachdem bereits in anderen europäischen Ländern seit fast einer Woche Rückrufe von Produkten der Marke Häagen-Dazs laufen, wird nun auch in Deutschland gehandelt. Der Hersteller General Mills ruft einige Chargen der „Häagen-Dazs Vanilla/Classic Collection“ zurück. Es handelt sich um folgende Produkte:
  • Häagen-Dazs Vanilla
Inhalt: 460 Milliliter
Barcode: 3415581101010
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bis einschließlich 21.05.2023
  • Häagen-Dazs Vanilla
Inhalt: 95 Milliliter
Barcode: 3415581311716
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bis einschließlich 21.05.2023
  • Häagen-Dazs Classic Collection
Inhalt: 4 x 95 Milliliter (380 Milliliter)
Barcode: 3415581505719
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bis einschließlich 21.05.2023
Der Hersteller selbst erklärt in einer Mitteilung, dass Untersuchungen gezeigt hätten, dass Spuren von ETO in einem Inhaltsstoff (Vanilleextrakt) enthalten sein können, der von einem Lieferanten bereitgestellt werde. Eigentlich gelte: „Bei Häagen-Dazs verwenden wir kein ETO (Ethylenoxid) in unseren Produkten, die regelmäßig gemäß nationaler Standards getestet werden. Die Konzentrationen der nachgewiesenen Substanz überschreiten geringfügig die zulässigen Schwellenwerte in Bezug auf behördliche Standards.“
General Mills weist darauf hin, dass der freiwillige Rückruf nur Vanille in Pints, Minibechern und Großpackungen betreffe. „Andere Formate oder Geschmacksrichtungen von Häagen-Dazs-Produkten sind nicht betroffen und werden nicht ersetzt oder erstattet.“
Die betroffenen Produkte allerdings schon. Im Normalfall kann man sie auch ohne Vorlage des Kassenzettels im Laden zurückgeben und bekommt den Kaufpreis erstattet.
Ethylenoxid ist laut Verbraucherzentrale ein Pflanzenschutz- und Begasungsmittel und wird zur Bekämpfung von Bakterien und Pilzen eingesetzt. Es kann das Erbgut verändern, Krebs erzeugen und ist in der Lebensmittelproduktion in Europa verboten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine Aufnahmemenge geringer Besorgnis für Ethylenoxid mit 0,037 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag festgelegt. Überschreiten Lebensmittelprodukte diesen Wert, gelten sie als nicht sicher und müssen – falls sie sich bereits auf dem Markt befinden – zurückgerufen werden.

700 Meldungen wegen ETO

Seit Herbst 2020 gebe es immer wieder Warnmeldungen zu Lebensmitteln, die mit dem in Europa verbotenen Pestizid Ethylenoxid belastet sind, erklären die Verbraucherschützer. Inzwischen gebe es an die 700 Meldungen im europäischen Schnellwarnsystem (RASFF). Dabei beschränkten sich die Meldungen nicht mehr nur auf Sesam und sesamhaltige Lebensmittel. „Mittlerweile machen Zusatzstoffe, wie etwa Johannisbrotkernmehl (E 410), Guarkernmehl (E412) oder Calciumcarbonat (E 170), die unter anderem für die Herstellung von Speiseeis, Fertigmahlzeiten, Milchgetränke, Marmeladen und Joghurts verwendet werden können, einen Großteil der Meldungen aus“, so die Experten. Auch Nahrungsergänzungsmittel, Paniermehl, Gewürzpulver und Pflanzenextrakte seien betroffen.

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