Es gibt in Europa einen Einwanderer aus den USA, der dort für einen Großteil aller Pollenallergien verantwortlich ist: die Beifußblättrige Ambrosie. Die kann auch in heimischen Gärten plötzlich sprießen – verantwortlich dafür ist vor allem Vogelfutter. Die Fressnapf Tiernahrungs GmbH hat nun eine Sorte ihres Vogelfutters zurückgerufen: „MultiFit Streufutter 2,5 kg“ mit dem Haltbarkeitsdatum 30.06.2024 der AGROS Trading GmbH überschreiten den zulässigen Höchstgehalt an Ambrosia-Samen, wie es in einer Mitteilung heißt.

Allergische Reaktionen

Fressnapf erklärt, dass diese Samen zwar kein Risiko für Tiere darstellt, aber: „Beim Verstreuen des Futters auf die Erde können die Samen keimen und eine Ambrosia-Pflanze entstehen, deren Pollen beim Menschen allergische Reaktionen auslösen können.“ Kunden können die gekauften Produkte in eine Fressnapf-Filiale zurückbringen. Der Kaufpreis werde zurückerstattet.
Doch wie kommt der Samen der ungeliebten Pflanze in das Futter? „Die Zutaten für einen großen Teil des bei uns verkauften Vogelfutters stammen aus Ungarn und verschiedenen osteuropäischen Staaten. In Ungarn zählt die Ambrosie bereits zu den vier wichtigsten Unkrautarten, sodass bei der Ernte fast unweigerlich auch Ambrosien-Samen mit aufgenommen werden“, erklären die Fachleute des Nabu. Eine einzige Pflanze produziere bis zu 60 000 winzige Samen, die über Jahrzehnte keimfähig seien.

Jede Pflanze ausreißen

Jedes Exemplar der gefährlichen Pflanze müsse erkannt und beseitigt werden, sagen auch die Experten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Denn: „Das allergene Potenzial der Ambrosia-Pollen ist um ein Vielfaches höher als bei Gräserpollen.“ Durch die späte Blüte im August und September verlängere sich außerdem die sonst übliche Pollensaison um zwei Monate. Für Allergiker verursache ein vermehrtes Auftreten von Ambrosia daher große Probleme. Das Umweltbundesamt spricht von Heuschnupfen, Bindehautreizungen und allergischem Asthma. In der ursprünglichen Heimat Nordamerika stellten die Ambrosiapollen die bedeutsamste Quelle für Allergien im Außenbereich dar.