Rekordhitze in Deutschland
: Große Trockenheit: Schlechte Getreideernte in diesem Jahr

Trockenheit und Rekordhitze haben die Landwirtschaft in diesem Jahr vor große Herausforderungen gestellt. Nun zeigen sich deutliche Einbußen bei der Getreideernte. Und das ist nicht die einzige schlechte Nachricht.
Von
red/kna
Berlin
Ernte in Schleswig-Holstein: ARCHIV - 30.07.2026, Schleswig-Holstein, Friedrichskoog: Ein Mähdrescher fährt während der Erntearbeiten über ein Feld. (zu dpa: ««Aktionsbündnis Ländliche Räume» gegründet») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Getreideernte in Deutschland wird in diesem Jahr wohl besonders mager ausfallen (Symbolfoto).

Marcus Brandt/dpa
  • Die Getreideernte in Deutschland fällt dieses Jahr deutlich schwächer aus – 41,9 Mio. Tonnen.
  • Der Ertrag pro Hektar sank um neun Prozent auf knapp 6,9 Tonnen, Winterweizen spiegelt den Rückgang.
  • Winterraps traf es am stärksten: minus 20 Prozent Ertrag pro Hektar auf 2,9 Tonnen.
  • Ursachen sind ein zu trockenes Frühjahr sowie Hitze und anhaltende Trockenheit im Juni.
  • Bauernverband fordert ein Sofortpaket: mehr EU-Düngemittelhilfe und niedrigere Dieselsteuer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Getreideernte in Deutschland wird in diesem Jahr wohl besonders mager ausfallen. In seiner am Dienstag veröffentlichten Erntebilanz rechnet der Deutsche Bauernverband mit einem bundesweiten Ertrag von 41,9 Millionen Tonnen Getreide, das seien sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Der Ertrag pro Hektar sank mit knapp 6,9 Tonnen um neun Prozent zum Vorjahr.

Dieser Abfall von jeweils sieben und neun Prozent spiegelt sich genau beim Winterweizen, der mit 20,9 Millionen Tonnen knapp die Hälfte der gesamten Erntemenge ausmachte. Am schwersten hat es demnach aber den Winterraps getroffen, bei dem der Ertrag pro Hektar um 20 Prozent auf 2,9 Tonnen zurückging. Auch bei Kartoffeln und Zuckerrüben zeichne sich bereits ein unterdurchschnittliches Ergebnis ab.

Trockenes Frühjahr, heißer Juni

Grund für die großen Ernteausfälle sind nach Angaben des Verbandes die Wetterextreme in diesem Jahr. „Ein zu trockenes Frühjahr und dann Hitze und anhaltende Trockenheit haben viele Bestände erheblich geschädigt“, erklärte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Dabei gebe es starke regionale Unterschiede. „Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt.“

Gleichzeitig stünden die Landwirtinnen und Landwirte unter großem finanziellen Druck, warnte Rukwied. Sinkende Erträge und Erzeugerpreise stünden steigenden Kosten für Betriebsmittel wie Diesel und Düngemittel gegenüber. Tierhaltende Betriebe müssten aufgrund der Trockenheit, durch die die Weiden verdorrt sind, bereits auf Winterfutter zurückgreifen und könnten gleichzeitig keine neuen Vorräte anlegen. Es sei zu erwarten, dass dies regional zu einem Abbau von Tierbeständen führen wird.

Zuschüsse aufstocken, Steuern senken

„Unsere Betriebe brauchen aktuell Saatgut und Diesel, später Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Ohne die notwendige Liquidität sind sie nicht in der Lage, die nächste Ernte zu finanzieren“, betonte der Bauernpräsident. Von der Bundesregierung forderte er ein Sofortpaket zur Unterstützung der Landwirtschaft. Darin müsse unter anderem das EU-Düngemittelhilfspaket, in dem bislang 60 Millionen Euro für Deutschland vorgesehen sind, mit nationalen Mitteln auf 180 Millionen Euro aufgestockt werden. Zudem müsse die Steuer auf Dieselkraftstoff sofort gesenkt werden.