Preis-Streit
: Edeka wirft mehr als 80 Biersorten aus ihren Regalen

Welche Marken betroffen sind und was für Gründe hinter dem Bier-Streik der bekannten Supermarktkette stecken.
Von
Thomas Veitinger,
dpa
Hamburg
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Edeka: ARCHIV - 16.02.2024, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Logo weist auf ein Einkaufcenter des Lebensmittelhändlers Edeka hin. (zu dpa: «Edeka ruft Schinkenwürfel seiner Eigenmarke zurück») Foto: Thomas Banneyer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka nimmt in den kommenden Tagen zahlreiche Bier- und Getränkemarken des Brauerei-Riesen AB InBev aus den Regalen.

Thomas Banneyer/dpa
  • Edeka verbannt über 80 Biersorten des Brauerei-Konzerns AB InBev aus den Regalen.
  • Grund ist ein Streit über Lieferkonditionen zwischen Edeka und AB InBev.
  • Betroffen sind Marken wie Beck’s, Franziskaner, Corona, Spaten und San Miguel.
  • Restbestände der betroffenen Produkte sind noch verfügbar, Nachschub ungewiss.
  • Rückkehr der Marken hängt von laufenden Verhandlungen ab.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Während Corona gab es immer mal wieder leere Regale in den Supermärkten. Etwa bei Hefe, Hygiene- und Sanitärartikel und Spülmaschinen-Tabs. Jetzt könnte es für Verbraucher in Edeka-Filialen ein Déjà-vu-Erlebnis geben. Die Supermarktkette wirft mehr als 80 Biermarken aus ihrem Sortiment, berichtet die „Bild“-Zeitung. Der Grund: ein eskalierter Streit über Lieferkonditionen.

Immer wieder Streit

Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Hersteller und Supermarktketten über Preise oder Rabatte. Beispielsweise stellte der US-Konzern Mars monatelang seine Lieferung von Süßwaren und Tierfutter an Edeka ein. Henkel, Coca-Cola und Nestlé verweigerten Kaufland, Edeka und Rewe die Lieferung von Schokoriegel, Instant-Kaffee, Wasch- und Reinigungsmittel und Getränke. Aldi nahm vorübergehend Müller-Milch-Produkte aus seinem Sortiment.

Nun könnte es mit Bier von Becks, Franziskaner, Corona, Spaten und San Miguel bei Edeka eng werden. Auch Hasseröder, Haake-Beck und Leffe sind betroffen. Zwar gibt es noch Restbestände. Sind diese aber abverkauft, dürfte es Lücken in den Regalen geben. Betroffen sind Produkte des Herstellers AB InBev, der sich nicht zu dem Preis-Streit über die besonders umsatzstarken Marken äußert.

Edeka führt nach eigenen Angaben weiter Gespräche mit dem Lieferanten und strebt „eine Einigung zu fairen Preisen“ an. Das Unternehmen ist Mitglied der europäischen Einkaufsorganisation Everest, die Preisverhandlungen mit Herstellern führt.

AB Inbev mit seinen zahlreichen globalen und regionalen Marken gilt als weltgrößter Braukonzern. Im vergangenen Jahr braute das Unternehmen knapp 50 Milliarden Liter Bier. Zuletzt hatten bereits andere große Bierhersteller wie Krombacher und Veltins ihre Preise angehoben.