Postbank
: Ab Freitagnachmittag: Online-Banking für drei Tage abgeschaltet

Wer noch dringend etwas überweisen will, sollte das schnell tun: Online-Banking ist übers Wochenende nicht möglich. Ob man an den SB-Terminals in den Filialen trotzdem Geld abheben kann.
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dpa, cast
Berlin
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Kundinnen und Kunden der Postbank müssen sich am kommenden Wochenende noch einmal auf Einschränkungen einstellen.

A. Dedert/M. Skolimowska/dpa

Eine Geduldsprobe für Postbank-Kunden steht an: Von Freitag (30.6.), 17 Uhr, bis einschließlich Montag (3.7.), voraussichtlich 14 Uhr, ist der letzte Schritt der Übertragung von Kundendaten der zum Deutsche-Bank-Konzern gehörenden Postbank auf eine gemeinsame IT-Plattform geplant.

Die Systemumstellung hat Folgen für den Service, wie die Postbank auf ihrer Internetseite erläutert: Von Freitag bis Montag sind Bankgeschäfte weder per Postbank-App übers Smartphone noch online am heimischen Computer oder per Telefon möglich. In Postbank-Filialen kann man in diesem Zeitraum zwar Postdienstleistungen erledigen, wie Pakete abgeben und Briefmarken kaufen, aber keine Bankgeschäfte. Eine Ausnahme: Zahlungsanweisungen zur Verrechnung werden ausgezahlt.

SB-Terminals nur eingeschränkt verfügbar

Bis 9 Uhr am Montag stehen laut Mitteilung der Postbahn auch die SB-Terminals in den Filialen nur eingeschränkt zur Verfügung. Aber: „Die Bargeldabhebung an den Geldautomaten ist nicht eingeschränkt.“ Zusätzlich stünden Kundinnen und Kunden die Geldautomaten der Cash Group zur Verfügung – dazu zählen unter anderem die Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank.

„Über 1000 Kolleginnen und Kollegen werden an diesem Wochenende erneut im Einsatz sein“, sagte Karsten Rösch, einer der beiden Projektleiter. „Wenn alles nach Plan verläuft, werden wir am kommenden Montag alle unsere 19 Millionen Kundinnen und Kunden von Postbank und Deutsche Bank auf einer gemeinsamen Plattform haben.“

In der vierten und letzten Welle sollen rund vier Millionen Verträge von etwa zwei Millionen Kunden übertragen werden. Dabei geht es um Konsumentenkredite, Baufinanzierungen, Girokonten, Tages- und Termingeld sowie gewerbliche Finanzierungen. Zudem erhalten weitere 1,9 Millionen Kunden Zugang zum neuen Online- und Mobile-Banking.

Vorher große Probleme beim Online-Banking

„Um eine reibungslose Übertragung aller Vertrags- und Kundendaten sicherzustellen, ist es notwendig, die Systeme zeitweise zu schließen“, erläuterte Stefan Peschke, IT-Chef der Privatkundenbank Deutschland der Deutschen Bank und Co-Projektleiter.

Nach den IT-Arbeiten rund um den Jahreswechsel hatten Postbank-Kunden tagelang über große Probleme im Online-Banking geklagt. Auch die jüngste Welle der Technik-Umstellung Anfang April kostete manche Kundinnen und Kunden wieder Nerven, wie zum Beispiel auf Twitter und dem Portal „allestörungen.de“ zu lesen war.

Nun folgt also der abschließende Schritt. „Mit dieser letzten Welle schließen wir die Migration der Postbank-IT auf die Systeme der Deutschen Bank ab. Insgesamt wurden dann über 50 Milliarden Datensätze übertragen“, sagte Peschke. Unter dem Namen „Unity“ werden dann zwölf Millionen Kunden der Postbank mit sieben Millionen Deutsche-Bank-Kunden in Deutschland auf einer IT-Plattform zusammengeführt sein.

Mit der neuen Struktur will die Deutsche Bank von 2025 an pro Jahr 300 Millionen Euro einsparen. Das werde „nach und nach hochlaufen“, sagte Deutsche-Bank-Manager Stoy bei der Tagung in Frankfurt. „Ich würde erwarten, dass wir in diesem Jahr schon kleinere Effekte sehen, 2024 dann größere, 2025 dann den angestrebten Zustand.“