Öl, Gas und Kohle
: Deutschland hat natürliche Ressourcen für 2026 aufgebraucht

Schon im Mai sind Deutschlands Ressourcen für 2026 rechnerisch verbraucht. Der Kern des Problems: Deutschland setzt immer noch zu viel auf Öl, Gas und Kohle, wie Umweltverbände kritisieren.
Von
dpa
Berlin
Jetzt in der App anhören
Spritpreise: ARCHIV - 17.04.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: An einer Preisanzeige einer Tankstelle wird ein Preis von 1,97 Euro für einen Liter Super E10 angezeigt (Wischeffekt durch zoomen bei einer Langzeitblichtung). (zu dpa: «Spritpreise fallen auf tiefsten Stand seit zwei Monaten») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Deutschland hat - rein rechnerisch - bereits einen Großteil seiner fossilien Energien verbraucht.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Deutschland erreicht den Erdüberlastungstag an diesem Sonntag (10. Mai).
  • Würden alle wie hier leben, wäre die Biokapazität im ersten Drittel des Jahres verbraucht.
  • Umweltverbände kritisieren den hohen Einsatz von Öl, Gas und Kohle – besonders in Industrie.
  • Weitere Haupttreiber sind Gebäudesektor, Straßenverkehr und industrielle Tierhaltung.
  • Der spätere Stichtag gegenüber 2025 liegt an aktualisierten Daten und neuen Methoden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Deutschland hat rein rechnerisch bereits diesen Sonntag (10. Mai) die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die für das ganze Jahr reichen müssten. Diesen sogenannten Erdüberlastungstag berechnet die Organisation Global Footprint Network jährlich für einzelne Länder sowie für den ganzen Planeten. Wenn alle Menschen der Erde so viele natürliche Rohstoffe verbrauchen und CO2 ausstoßen würden wie die in Deutschland, wäre die jährliche Biokapazität der Erde bereits im ersten Drittel des Jahres aufgebraucht.

Deutschland verbrauche vor allem durch den hohen Einsatz fossiler Energien deutlich zu viele Ressourcen, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit. Hauptverursacher seien energieintensive Industriebranchen, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr und die industrielle Tierhaltung. Die Folgen der Entwicklung seien längst spürbar, etwa durch Dürren, Starkregen oder zunehmende Hitze in Städten.

Warum der Stichtag 2025 eine Woche früher war

„Unser aktueller Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig“, sagte BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. „Anstatt umzuschwenken auf Erneuerbare, setzen wir weiter auf Kohle, Öl und Gas.“ Mit Strom aus Sonne und Wind, Wärmepumpen sowie leichten, kleinen und sparsamen E-Autos schaffe man dagegen Unabhängigkeit, Planungssicherheit und Klimaschutz.

2025 war der deutsche Erdüberlastungstag schon am 3. Mai. Dass sich der Stichtag in diesem Jahr um eine Woche nach hinten verschoben hat, ist allerdings nicht das Ergebnis eines umweltfreundlicheren Lebensstils, sondern vor allem auf aktualisierte Daten und geänderte Berechnungsmethoden zurückzuführen.