Objekte aus Strafverfahren
: Autos, Motorräder, Uhren – erst beschlagnahmt, jetzt versteigert

Bei manchen Straftaten beschlagnahmt die Justiz Gegenstände, die später versteigert werden. Einige besondere Fundstücke kommen jetzt in Stuttgart unter den Hammer. Mitbieten darf grundsätzlich jeder. Was Interessierte wissen müssen.
Von
dpa
Stuttgart
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Bei der bislang größten Justizauktion des Landes sollen am 24. Oktober hochpreisige Fahrzeuge und Uhren mit Schätzwerten bis zu 790.000 Euro versteigert werden, die in Strafverfahren sichergestellt und gepfändet wurden.

Marijan Murat/dpa
  • Am 24. Oktober versteigert die Justiz in Stuttgart 22 Objekte aus Strafverfahren.
  • Im Mercedes-Benz-Museum kommen 15 Autos, drei Motorräder und vier Uhren unter den Hammer.
  • Highlights: drei Lamborghinis, ein Aventador ab 380.000 Euro, geschätzt bis 790.000 Euro.
  • Mitbieten darf jeder, Registrierung bis einen Tag vorher, teils Finanznachweis nötig.
  • Zahlung ist sofort fällig – Abholung bis zum Folgetag, sonst fallen Lagerkosten an.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Am 24. Oktober werden im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum 22 außergewöhnliche Objekte versteigert – mit einem Gesamtwert in Millionenhöhe. Was nach exklusiven Sammlerstücken klingt, hat allerdings einen besonderen Hintergrund: Die Gegenstände stammen aus Strafverfahren und wurden von der Justiz eingezogen oder gepfändet. Einige gehörten verurteilten Straftätern. Mitbieten darf grundsätzlich jeder, doch es gelten bestimmte Regeln.

Was wird angeboten?
Insgesamt 22 Gegenstände werden versteigert: 15 Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren. Für Einsteiger reicht unter Umständen eine Tag-Heuer-Uhr: Sie ist laut Auktionshaus Eppli bis zu 800 Euro wert, das Startgebot liegt bei 400 Euro.

Die eigentlichen Stars sind aber drei Lamborghinis. Für 90.000 Euro Startpreis gibt es einen 620 PS starken Rennwagen – allerdings ohne Straßenzulassung. Noch exklusiver: ein grün schimmernder Aventador mit 780 PS, mindestens 380.000 Euro Aufrufpreis, gerade einmal 98 Kilometern auf dem Tacho und einem geschätzten Wert von 790.000 Euro. Gebaut wurde er nur 250 Mal.

Gibt es auch Autos für Normalverdiener?
Ja – nicht jeder muss gleich einen Lamborghini mit nach Hause nehmen. Ein Audi A4 startet bei 1.500 Euro, ein VW Polo bei 2.000 Euro, ein BMW X1 bei 3.000 Euro. Auch eine Harley-Davidson ist dabei, geschätzt auf 2.600 bis 5.800 Euro.

Woher stammen die Gegenstände?
Die Fahrzeuge und Uhren wurden in Strafverfahren sichergestellt oder gepfändet. Im Hintergrund stehen laut Justiz unter anderem Geldwäsche, Steuerbetrug und Drogenhandel. Wem die Objekte vorher gehörten, wird nur bei abgeschlossenen Verfahren genannt. Ein Porsche stammte nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart etwa von einem wegen Drogenhandels verurteilten Mann, ein anderer von verurteilten Betrügern.

Der Erlös fließt an die Staatskasse – oder an mögliche Opfer der Taten.

Wie kann ich mitbieten?
Die Auktion ist öffentlich, mitmachen darf grundsätzlich jeder. Wer bieten will, muss sich bis einen Tag vor der Auktion (16.00 Uhr) beim Auktionshaus Eppli registrieren – online geht das recht unkompliziert. Bei den teuren Stücken kann das Auktionshaus zusätzlich einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel verlangen.

Geboten werden kann vor Ort im Mercedes-Museum, per Telefon oder online. Auch vorab sind schriftliche Gebote möglich.

Was kann ich vor Ort sehen?
Die Autos, Uhren und Motorräder sind am Auktionstag ab 10.00 Uhr im Mercedes-Benz-Museum zu besichtigen. Probefahrten gibt es nicht – der Lamborghini bleibt also, wo er ist. Um 14.00 Uhr beginnt die Versteigerung.

Muss ich sofort bezahlen?
Ja. Mit dem Zuschlag wird der gesamte Kaufpreis sofort fällig und muss bezahlt werden, bevor der ersteigerte Gegenstand ausgehändigt wird. Ratenzahlung? Fehlanzeige.

Muss ich den Gegenstand sofort mitnehmen?
Wer sofort zahlt, darf sein Schnäppchen – oder seinen Aventador – gleich mitnehmen. Sonst wird es eng: Autos und Motorräder müssen bis zum Abend des Folgetags abgeholt werden. Danach kosten Lagerung und Verwahrung extra: 300 Euro einmalig, plus 50 Euro für jeden weiteren Tag, an dem das Fahrzeug in der Firma steht.