Kommentar Lizenzen im Mobilfunk: Nicht noch ein Desaster

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Ulm / Thomas Veitinger 01.09.2018

Erinnert sich noch jemand an die UMTS-Versteigerung im Jahr 2000? Der Staat kassierte fast 100 Milliarden D-Mark, also knapp 51 Milliarden Euro, für die Mobilfunk-Lizenzen. Das Problem war nur: Die gigantische Summe brachte Unternehmen ins Trudeln, Kunden leisteten sich teure Produkte nicht und der Wettbewerb war stark eingeschränkt. Ein Desaster.

So etwas ähnliches könnte  zwei Mobilfunk-Generationen später mit Lizenzen für 5G drohen. Diesmal ist es allerdings so, dass die Bundesnetzagentur die Ersteigerung an anspruchsvolle Auflagen knüpft: 98 Prozent der Haushalte und Autobahnen, Bundesstraßen und Bahnlinien sind zu versorgen.

Das ist einerseits zu begrüßen. Schließlich liegt Deutschland bei der Versorgung mit schnellem Internet in der EU nur im Mittelfeld. Andererseits klingen 98 Prozent der Haushalte zwar nach viel, es bedeutet aber, dass es in der Fläche weiterhin auf 10 bis 15 Prozent des Landes Probleme geben dürfte. Zudem dürften die Mobilfunk-Unternehmen durch die aufgebürdeten Investitionen statt der erhofften 10 bis 15 Milliarden Euro nur 2 bis 3 Milliarden bieten.

Die Nachfrage nach digitalen Diensten im Mobilfunk- und Festnetzen gehört gestärkt. Eine hohe Datenrate ist nicht alles, es zählen für den Verbraucher vor allem kostengünstige Verbindungen überall im Land.

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