Kommentar Guido Bohsem zum Handelskonflikt USA/China Abschottung aus Überzeugung

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Kommentarfotos © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Tho
Berlin / Guido Bohsem 04.12.2018

Zum traurigen Anlass des Todes von George Bush tauchte auch ein Interview aus der Versenkung auf, das der „Playboy“ 1990 mit Donald Trump geführt hatte. Darin kritisierte der Noch-Nicht-Präsident den damaligen Präsidenten als zu soft und erklärte, wie er stattdessen das Land führen würde.

Die Leser mögen damals herzlich gelacht haben über den Quatsch, den der Immobilienspekulant verzapfte, galt er doch schon damals als Aufschneider und Blender. Bemerkenswert ist jedoch, dass seine politischen Botschaften heute immer noch die gleichen sind, nur lacht heute keiner mehr. Schon 1990 kündigte er an, auf jeden Mercedes-Benz hohe Zölle verhängen zu wollen und übrigens auch auf alle japanischen Produkte (China spielte damals noch keine Rolle).

Man muss kein Psychologe sein, um zu erkennen, dass Trumps Ansichten sich in den vergangenen 30 Jahren weiter verfestigt haben. Weder die Deutschen noch die Chinesen sollten sich also allzu sehr über die kurzfristigen Erfolge freuen, einen Handelskrieg mit Trumps Amerika zu vermeiden. Der US-Präsident will diese Auseinandersetzung aus Überzeugung, und er wird sie früher oder später suchen.

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