Opel Neuer Corsa soll ein „Volks-Elektroauto“ werden

Opel-Chef Michael Lohscheller präsentiert die Jahreszahlen.
Opel-Chef Michael Lohscheller präsentiert die Jahreszahlen. © Foto: Arne Dedert / dpa
Rüsselsheim / Rolf Obertreis 07.12.2018

Jahrzehnte lang haben sich die Chefs von Opel um solche Auftritte gedrückt. Zum Jahresende Bilanz zu ziehen, hielten sie für nicht angebracht. Kein Wunder: Fast jährlich hätten sie über tiefrote Zahlen und erfolglose Sanierungsprogramme sprechen müssen.

Der seit gut eineinhalb Jahren amtierende Opel-Chef bricht mit dieser „Tradition“. Am Mittwochabend spricht Michael Lohscheller mit fast strahlender Miene über die vergangenen zwölf Monate: Einen Betriebsgewinn, ein steigender Marktanteil – so etwas gab es lange nicht bei Opel. Mit der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern (Peugeot) haben sich die Zeiten bei Opel geändert – bisher deutlich zum Positiven.

Zwar verordneten die Franzosen nach dem Kauf des Unternehmens von General Motors (GM) Opel mit „Pace“ einen weiteren Sanierungsplan. „Aber heute, ein Jahr später, kann ich mit Stolz sagen: Pace funktioniert. Und zwar als erster und einziger Plan von Opel in den vergangenen Jahren“, betont Lohscheller. Die Zahlen belegten dies: gut eine halbe Milliarde Euro Betriebsgewinn im ersten Halbjahr, die Fixkosten um 28 Prozent gesenkt. Knapp 4000 Stellen würden sozialverträglich abgebaut.

Zwar gab es zuletzt noch Differenzen zwischen Betriebsrat und IG Metall und Lohscheller wegen des Teilverkaufs des Technischen Entwicklungszentrums an den französischen Zulieferer Segula. Der ist aus Sicht des Opel-Chefs unabdingbar, weil dem Zentrum Aufträge fehlen. Segula garantiert aber den bis zu 2000 (der insgesamt 7000) Beschäftigten, die übernommen werden, die Gehälter und den Arbeitsplatz bis 2023. „Das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim ist das Herz der Marke Opel. Und wir haben die Voraussetzungen geschaffen, dass es das Herz der Marke Opel bleibt.“

Überraschte Experten

Wie es im gesamten Jahr aussieht, verrät Lohscheller noch nicht. Aber er lässt durchblicken, dass sich diese – auch für viele Experten überraschende positive Entwicklung – fortgesetzt hat. Dass unter dem Strich ein Betriebsgewinn von 1 Mrd. € stehen könnte, schließen Beobachter nicht aus. Neu ist auch, dass Opel wieder Marktanteile gewinnt, im November im dritten Monat in Folge. Zuletzt lag er immerhin bei 7 Prozent.

In den kommenden beiden ­Jahren will Lohscheller Opel weiter voranbringen. 2019 komme der Kleinwagen und das Opel-Erfolgsmodell Corsa neu auf den Markt und das auch in einer rein elektrischen Variante. Lohscheller macht weder Angaben zum Preis noch zur Reichweite des Kleinwagens. Er soll aber offenbar erschwinglich sein. „Der E-Corsa hat das Zeug, ein echtes Volks-Elektroauto zu werden.“

Insgesamt will der Autobauer bis 2020 vier Modelle auch elektrisch anbieten, bis 2024 soll das für das gesamte Fahrzeugangebot von Opel gelten.

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