Überraschendes Angebot: Britischer Investor will Hugo Boss schlucken

Wird der schwäbische Modehersteller vom britischen Großaktionär Frasers Group übernommen? Ein Angebot liegt vor.
Bernd Weißbrod/dpa- Frasers legt ein freiwilliges Übernahmeangebot für Hugo Boss vor – geboten werden 38 Euro je Aktie.
- Die Aktie sprang nachbörslich auf Tradegate zeitweise um mehr als sechs Prozent auf über 38 Euro.
- Hugo Boss war nicht eingebunden und kündigt eine Prüfung durch Vorstand und Aufsichtsrat an.
- Frasers hält direkt 25 Prozent; ab 30 Prozent wäre ein Pflichtangebot fällig.
- Vorher gab es Streit um Dividenden und den Aufsichtsratschef, zuletzt zeigte Frasers Unterstützung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Großaktionär Frasers Group will den schwäbischen Modehersteller Hugo Boss übernehmen. Frasers will im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 38 Euro je Boss-Aktie bieten, wie das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilte. Das Angebot gilt für alle Aktien, die Frasers nicht bereits selbst besitzt. Zuletzt kamen die Briten auf einen direkten Anteil von 25 Prozent. Die Hugo-Boss-Aktie sprang nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate nach der Mitteilung um zeitweise mehr als sechs Prozent auf über 38 Euro nach oben.
Hugo Boss sei schon jetzt „ein wichtiger Markenpartner für Frasers und zählt zu den fünf wichtigsten Marken innerhalb der Frasers-Gruppe“, erklärte das britische Unternehmen. Hugo Boss erklärte in einer Mitteilung, das Übernahmeangebot sei nicht mit der Gesellschaft abgestimmt.
„Nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage durch die Frasers Group werden der Vorstand und der Aufsichtsrat das Angebot im besten Interesse der Gesellschaft, ihrer Aktionäre, Mitarbeitenden und Kunden eingehend prüfen und eine begründete Stellungnahme abgeben“, heißt es darin weiter. Und man werde Aktionäre und Öffentlichkeit über weitere Entwicklungen und nächste Schritte informieren.
Gewinn von 249 Millionen Euro
Zwischen dem Großaktionär und der Führungsspitze von Hugo Boss war es in jüngerer Zeit zu Unstimmigkeiten gekommen. So hatte Frasers dem Aufsichtsratschef Stephan Sturm im Dezember das Vertrauen entzogen. Streit gab es unter anderem um die Dividendenzahlung. Frasers ruderte jedoch am Dienstag zurück und drückte Unterstützung für Sturm und Dividendenpolitik aus.
In einer Stimmrechtsmitteilung aus dem Juli vergangenen Jahres hieß es, dass Frasers auch über Finanzinstrumente für Hugo-Boss-Aktien verfüge. Bei Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile müsste Frasers ein Pflichtangebot an die restlichen Aktionäre unterbreiten.
Hugo Boss bietet Bekleidung, Schuhe und Parfum an und erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 249 Millionen Euro. Frasers Gewinn war im am 30. April endenden Geschäftsjahr auf 292,1 Millionen Pfund (umgerechnet 339 Millionen Euro) gesunken. Der Aktientausch soll laut Frasers in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden.
