Mobilität daheim: Vorsicht bei Treppenliften – schwieriger Vertrag, Einbau, Service

Nicht alle Nutzer fahren so gerne mit einem Sessellift.
Ingo Bartussek/adobe.stock.com- Treppenlifte benötigen sorgfältige Planung, oft Probleme bei Einbau und Service.
- Nutzer sollten Bewegungsflächen prüfen, passende Modelle für körperliche Bedürfnisse wählen.
- Angebote vergleichen, auf Garantie und Wartung achten, keine übereilte Kaufentscheidung.
- Homelifte als Alternative: Mehr Sicherheit, aber hohe Kosten und teils Baugenehmigung nötig.
- Treppensteigen bleibt gesund, doch bei Sturzgefahr sind Hilfsmittel wie Treppenlifte sinnvoll.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Werbefernsehen sieht es ganz leicht aus: Mit einem Lächeln im Gesicht schweben ältere Menschen im Sitzen Treppen hoch. Treppenlifte werden heftig beworben – wohl auch mit falschen Versprechungen, wie die Verbraucherzentrale warnt. Zwar ließen sich die Lifter in fast jedes Treppenhaus installieren, selbst für enge Wendeltreppen gebe es Lösungen, heißt von den Verbraucherschützern. „Der Einbau ist jedoch kompliziert und erfordert sorgfältige Planung.“ Bei Versprechen wie „Maßanfertigung und Lieferung sofort“ sei Skepsis angebracht.
In der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg melden häufig Betroffene Probleme nach dem Einbau. „Da hat man manchmal den Eindruck, die Schienen würden nicht wirklich auf Maß angefertigt, sondern schnell reingehauen und auf Biegen und Brechen passend gemacht“, sagt ein Verbraucherschützer. Er habe erlebt, dass ein Lift vor der Wohnungstür so endete, dass die Tür nicht mehr richtig geöffnet werden konnte.
Genügend Bewegungsfläche wichtig
Der Treppenlift muss so installiert sein, dass man sicher ein- und aussteigen könne und ein unbedenklicher Transport möglich ist, empfehlen die Experten. „Nutzer und Nutzerin sollten auch darauf achten, dass Sie genügend Bewegungsfläche beim Ein- und Aussteigen haben.“ Wichtig seien auch die restlichen Bewegungsflächen in den Treppenhäusern und weiteren Laufwegen: „Besteht noch genügend Platz, um mit einem Rollator in die weiteren Räume zu kommen?“
Ein Treppenlift sollte auf alle Fälle der körperlichen Konstitution der Benutzer entsprechen: Für Gehbehinderte ist ein Sitzlift die passende Lösung. Rollstuhlfahrer benötigen oftmals einen Plattform-Lift. Die Zeitschrift „Finanztest“ empfiehlt:
- Mehrere Angebote einholen. Diese sollten kostenlos sein und einen Besuch zu Hause beinhalten.
- Auf Garantie und Wartung achten. Wie oft ist Wartung und Kontrolle nötig und was kostet sie?
- Auf seriöse Anbieter achten. Ist der Service auch an Sonn- und Feiertagen erreichbar? Verbraucherzentralen berichten von häufigen Beschwerden über lange Wartezeiten.
- Sich bei der Entscheidung nicht unter Druck setzen lassen und auf keinen Fall einen Auftrag beim ersten Besuch unterschreiben. Manche Anbieter bauen unzulässige Klauseln in den Vertrag ein. Interessenten sollten Freunde oder Familie bitten, beim Gespräch mit dem Vertreter dabei zu sein. Der Vertrag kann 14 Tage lang widerrufen werden.
- Erst bezahlen, wenn der Einbau komplett ist. Die Kosten lassen sich von der Steuer absetzen.
- Auf Zuschüsse achten. Menschen mit Pflegegrad 1 bis 5 erhalten eine Einmalzahlung.
Nicht jeder komme mit einem Treppenlift klar, heißt es bei der Verbraucherzentrale. Vor allem Menschen mit Demenzerkrankungen hätten oft Angst mitzufahren. Andere kommen nicht allein mit der Steuerung per Joystick zurecht oder fürchten sich vor der Höhe.
Alternative Aufzug
Eine Alternative ist ein kleiner Aufzug. Der Homelift fährt wie jeder andere Lift auch mehrere Stationen im Haus an: etwa vom Keller zum Wohnbereich mit Küche und weiter hoch zu den Schlafzimmern. Meist sind zwei bis vier Haltestellen möglich. Weiterer Vorteil: Der Homelift gibt laut Udo Niggemeier von der Vereinigung mittelständischer Aufzugsunternehmen Nutzern ein wesentlich besseres Sicherheitsgefühl als ein Treppenlift. Oft wird der Lift in die Lücke im Treppenlauf eingebaut. „Er kann aber auch an einer anderen Stelle im Haus montiert werden“, so Aufzugexperte Udo Niggemeier. „Sollte der Platz im Inneren des Hauses nicht ausreichen, ist es auch möglich, ihn außen anzubringen. Dann ist allerdings eine Baugenehmigung erforderlich.“
Zwar haben solche Modelle den Preis von Mittelklassewagen, steigern entsprechend aber den Marktwert einer Immobilie. Denn: „Immer mehr Menschen suchen Häuser, in denen sie bis ins hohe Alter mobil bleiben können“, sagt Erhard Hackler von der Deutschen Seniorenliga. „Ein Aufzug schlägt da positiv zu Buche.“
Aber sind Treppenlift und Aufzug immer zu empfehlen? „Generell ist Treppensteigen gut für die Gesundheit und Kondition“, sagt Detlef Detjen, Geschäftsführer der „Aktion Gesunder Rücken“. „Herz, Muskeln, Gelenke, alles wird mobilisiert. Treppen sind ein gutes Trainingsgerät.“ Wenn allerdings ein Kontrollverlust drohe und die Gefahr von Stürzen bestehe, sollten Hilfsmittel eingesetzt werden: 600.000 Menschen müssen jährlich aufgrund von Treppenstürzen medizinisch versorgt werden. Eine Möglichkeit sind laut Detjen Treppensteighilfen, die an der Wand auf Schienen befestigt werden und wie ein kleiner Rollator mit Haltegriffen von den Senioren vor sich her geschoben werden.
Wenig Geld bei Rückkauf
Mit gebrauchten Liftern lässt sich Geld sparen. Allerdings sind die Schienen oft Maßanfertigungen und es werden nur Sitz und Antrieb gekauft. Unternehmen bieten oft nur wenig Geld bei einem Rückkauf. Verbraucherschützer erzählen von einem Lift, der 20.000 Euro gekostet hat. Die Seniorin starb, bevor sie ihn auch nur einmal nutzen konnte. Der Rückkauf sollte nur 500 Euro bringen.

