Missstände bei der Bahn: „Erhebliche Einschüchterung“ soll zu Pünktlichkeit vor Sicherheit führen

Ein interner Bericht deckt mutmaßliche Missstände bei der Deutschen Bahn auf.
Patrick Pleul/dpa- Interner Bericht enthüllt massive Missstände bei der Deutschen Bahn (DB).
- Sicherheit vernachlässigt, um Pünktlichkeitsziele zu erreichen – „erhebliche Einschüchterung“.
- Zugunglück 2022 in Garmisch-Partenkirchen: 5 Tote, 16 Schwerverletzte, Ursache gebrochene Betonschwellen.
- Führungskräfte wurden an Pünktlichkeit gemessen – Kritik am Bezahlungssystem.
- Bahn verspricht Maßnahmenpaket und Konsequenzen bei Druck auf Verantwortliche.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Jahrelang soll massiver Druck auf Verantwortliche für das Streckennetz der Deutschen Bahn (DB) ausgeübt worden sein, die Sicherheit auf Kosten der Pünktlichkeit zu vernachlässigen. Dies enthüllt ein interner Untersuchungsbericht der DB, der der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) nach eigenen Angaben vorlag – demnach gibt es „verheerende Missstände bei der Deutschen Bahn“.
Wenn Anlagen-Verantwortliche für die Trassen wegen Mängeln eine Langsam-Fahrstelle verfügen wollten, hätten sie sich in der Vergangenheit wiederholt kritische Einwände ihrer Vorgesetzten gefallen lassen müssen, hieß es in dem Bericht laut „SZ“.
Einschüchterung bei der Bahn: „Die Züge müssen fahren“
In dem Bericht, in dem von „erheblicher Einschüchterung“ die Rede ist, werden etliche Beispiele geschildert. „Das geht nicht, das kannst du nicht machen. Die Züge müssen fahren“, hieß es der Zeitung zufolge in einem Fall.
Der mehr als 300 Seiten lange Untersuchungsbericht, den die „SZ“ eigenen Angaben zufolge einsehen konnte, stammt von der Anwaltskanzlei Gleiss Lutz. Die Kanzlei war im Auftrag der Schienennetzgesellschaft der Bahn (DB Infrago) der Frage nachgegangen, wie es zu dem Zugunglück am 3. Juni 2022 in Garmisch-Partenkirchen hatte kommen können. Damals war ein Regionalzug auf dem Weg nach München bei 100 Stundenkilometern wegen gebrochener Betonschwellen entgleist. Fünf Fahrgäste starben, 16 Menschen wurden schwer und 62 leicht verletzt.
„Pünktlichkeitsziele statt Sicherheitsziele“
Gleiss Lutz zufolge waren die Missstände auch dem Bezahlungs-System geschuldet. Führungskräfte seien daran gemessen worden, wie pünktlich die Züge gewesen seien. Die Anlagen-Verantwortlichen seien deshalb von Vorgesetzten angehalten worden, „Pünktlichkeitsziele statt Sicherheitsziele“ zu erreichen.
Die Bahn erklärte auf Anfrage, jede Form von Druck auf Anlagen-Verantwortliche zu Lasten der Sicherheit „widerspricht unserer Unternehmenskultur und wird nicht toleriert“. Für die Vorstände und Aufsichtsräte stehe „Sicherheit an erster Stelle“. Seit dem Unfall von Garmisch-Partenkirchen gebe es ein umfassendes Maßnahmenpaket. Die Führungskräfte seien „unmissverständlich darauf hingewiesen“ worden, dass kein Druck auf Anlagen-Verantwortliche ausgeübt werde - andernfalls gebe es personelle Konsequenzen.
Mit Material von AFP.


