Milchprodukte im Test: Kirschjoghurts vom Discounter schlagen die teure Konkurrenz

Auf den Geschmack kommt es an: Im Stiftung Warentest sahnen 14 von 20 getesteten Kirschjoghurts mit der Note „gut“ ab.
Zacharie Scheurer/dpa-mag/dpa- Stiftung Warentest: 20 Kirschjoghurts geprüft, Geschmack war zentrales Kriterium.
- Testsieger waren Lidl Milbona, Müller mit der Ecke und Aldi Lyttos – Note „sehr gut“.
- Viele Joghurts schmecken gut, doch Fruchtanteil oft gering, im Schnitt zehn Prozent.
- Bio ohne Zusatzaroma und Pestizide, geschmacklich teils „fade“, dafür mehr Früchte.
- Hoher Zucker fiel auf: „Großer Bauer“ mit 28 g pro 250 g erhielt die Note „ausreichend“.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Rund 64 Prozent der Deutschen essen einmal am Tag Milchprodukte wie Käse oder Joghurt. Das geht aus dem Ernährungsreport 2025 hervor, der jährlich vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in Auftrag gegeben wird. Wichtig ist 98 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten dabei der gute Geschmack.
Der Appetit auf Joghurt ist groß und auch die Produktion: 2025 wurden in Deutschland insgesamt rund 827.200 Tonnen Joghurt mit verschiedenen Zusätzen wie Früchten, Cerealien oder Zucker gefertigt, so die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Die in Deutschland produzierte Menge von Joghurt mit Zusätzen ist allerdings seit dem Jahr 2010 um mehr als ein Drittel zurückgegangen.
Entscheidend für viele Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt vor allem eines: der Geschmack. Dieser spielt auch bei den von der Stiftung Warentest bewerteten Joghurts eine wesentliche Rolle. Die Verbraucherorganisation hat 20 Produkte getestet: 17 aus konventioneller Produktion, drei mit Biosiegel. Getestet wurden Kirschjoghurt, Kirschsahnejoghurt und Kirschjoghurt griechischer Art, mit einem Fettgehalt ab 3,5 Prozent. Neben dem Geschmack wurden die Erzeugnisse außerdem auf Pflanzenschutzmittel, Zuckergehalt, Joghurtkulturen, die Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung sowie auf die Deklaration geprüft.
Testsieger sind der Milbona Sahne-Joghurt von Lidl, der Kirschjoghurt ohne Sahne von Müller mit der Ecke sowie der Lyttos Joghurt griechischer Art von Aldi. Die Milchspeisen punkten etwa wegen der „ausgeprägten Kirschnote“. Die Tester vergaben deshalb jeweils die Note „sehr gut“. Geschmacklich sahnen insgesamt 14 der 20 Produkte mit der Note „gut“ ab. Preiswert sind vor allem die Discounter-Produkte: Sie gibt es schon ab 0,19 Euro pro 100 Gramm.
Große Hoffnungen auf viel Frucht sollte man sich bei den getesteten Produkten dennoch nicht machen. Das Gros der Joghurts hat gerade einmal sechs Prozent Fruchtanteil. Im Schnitt liegt er bei zehn Prozent. Das entspricht rund vier kleinen Kirschen.
Den höchsten Anteil an Kirschen – stolze 16 Prozent – hat der Kirschsahne-Joghurt von Mövenpick. Für seinen Geschmack erhält der Mövenpick Fruchtgenuss die Note „gut“. Außerdem kommt er ohne Aromastoffe und färbende Lebensmittel wie Holunder, Trauben und Rote Bete aus, die für die rosaviolette Farbe sorgen.
Auch die Bio-Anbieter verzichten auf zusätzliches Aroma und färbende Lebensmittel. Die Bios enthalten die meisten Früchte, sind aber im Vergleich zu den konventionellen Erzeugnissen geschmacklich eher „fade“ und „weniger frisch“, schreiben die Tester. Sie fallen aber positiv auf, weil sie keine Pestizidspuren aufweisen, so Stiftung Warentest.
Bei konventionell hergestellten Produkten hingegen konnte das Testlabor Pestizidrückstände wie Captan nachweisen. Der Stoff wird eingesetzt, um Kirschbäume vor einem Pilzbefall zu schützen. Die Belastung in den meisten Joghurts sei jedoch gering, so die Tester. Wegen nachgewiesener Schadstoffe erhielten fünf Produkte die Note „befriedigend“. Aber auch wegen Unklarheiten in der Deklaration sowie eines hohen Zuckergehalts.
Am Zucker wird nicht gespart
Nicht nur beim Frucht-, sondern auch beim Zuckergehalt sollte man genauer hinschauen. Denn die getesteten Produkte enthalten reichlich davon. Der große Bauer Kirschjoghurt stach mit 28 Gramm Zucker pro 250 Gramm Packung negativ hervor. Stiftung Warentest vergab dafür die Note „ausreichend“.
Vor allem für Grundschulkinder wird der Verzehr bedenklich. Mit einem 250‑Gramm-Becher nehmen sie laut Testbericht mehr als die Hälfte der Zuckermenge zu sich, die sie nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) maximal pro Tag verzehren sollten.
Ebenfalls die Note „ausreichend“ erhielt ein weiteres der Testprodukte. Grund hierfür war die irreführende Deklaration: „Fruchtzubereitung aus Deutschland“. Stiftung Warentest stellte fest, dass die verwendeten Kirschen aus Polen stammen. Lediglich die Verarbeitung der Früchte finde in Deutschland statt, berichtet die Verbraucherorganisation.
Der Testbericht zeigt, dass guter Joghurt nicht teuer sein muss. Wer hingegen mehr echten Kirschgeschmack haben will, als die Becher hergeben, muss die Früchte selbst in den Joghurt schnippeln.
Joghurtmarkt legt weiter zu
Laut des Statistischen Bundesamtes lag der Verbraucherpreisindex für Joghurt in Deutschland im Jahr 2024 bei 133,7. Das bedeutet: Die Preise sind im Vergleich zum Jahr 2020 um rund 33,7 Prozent gestiegen. Der Marktumsatz für Joghurt beträgt 2026 etwa vier Milliarden Euro, so das Statistikportal Statista. Gemäß der Prognose wird im Jahr 2031 ein Marktvolumen von 4,8 Milliarden Euro erreicht. Das entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 3,9 Prozent. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in diesem Markt im Jahr 2026 etwa 47 Euro pro Person mit Joghurt umgesetzt.

