Mercedes-Benz und Porsche
: Stuttgarter Autobauer mit nahezu halbiertem Gewinn

Mercedes-Benz wie auch Porsche stehen zu Jahresbeginn 2025 unter großem Druck. Vor allem der Verkaufsmotor in China stottert. Die Gegenmaßnahmen der Autobauer betreffen auch die Batteriepläne für Tübingen.
Von
Alexander Bögelein
Stuttgart
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Auto-Zölle - Mercedes: ARCHIV - 27.03.2025, USA, Baltimore: Fahrzeuge sind im Mercedes-Benz Vehicle Preparation Center im Hafen von Baltimore zu sehen, wo neue Mercedes-Benz Fahrzeugimporte vor der Verteilung an die Händler bearbeitet werden. (zu dpa: «Mercedes: US-Zölle gefährden knapp Hälfte des Pkw-Gewinns») Foto: Stephanie Scarbrough/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Neuwagen von Mercedes-Benz im Hafen von Baltimore: Der Stuttgarter Konzern hat seine Lagerbestände in den USA im ersten Quartal aufgestockt, um mögliche Schäden durch die US-Strafzölle zu verringern.

Stephanie Scarbrough/AP/dpa
  • Mercedes-Benz und Porsche verzeichnen Gewinnrückgänge zum Jahresbeginn 2025.
  • Mercedes-Benz' Gewinn sank im ersten Quartal um 43%, Umsatz um 7%.
  • US-Zölle belasten Mercedes-Benz, Lagerbestände in USA wurden aufgestockt.
  • Porsche meldet 40,6% weniger operativen Gewinn, Absatz in China stockt.
  • Porsche stoppt Batterieproduktion in Tübingen, setzt auf Varta-Beteiligung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dem Autobauer Mercedes-Benz hat zu Jahresbeginn das schwache Geschäft im wichtigen Markt China zu schaffen gemacht. Im ersten Quartal sackte der Gewinn des Dax-Konzerns um knapp 43 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro ab. Der Umsatz gab um gut 7 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro nach, weil der Absatz weltweit geschrumpft war, wie bereits bekannt. Im Tagesgeschäft, sprich vor Zinsen und Steuern, rutschte das Ergebnis wegen der schwierigen Lage um fast 41 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro ab.

In der wichtigen Pkw-Sparte nahm die von Investoren stark beachtete bereinigte operative Gewinnmarge um 1,7 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent ab. Das war ein geringerer Rückgang als von Analysten befürchtet.

US-Strafzölle als deutliche Belastung

Wegen der US-Importzölle auf Autos geht der Konzern in diesem Jahr von deutlichen Belastungen für die Gewinne aus. Derzeit seien die Auswirkungen auf die Nachfrage angesichts der schwankungsanfälligen Entwicklungen und möglichen Gegenmaßnahmen jedoch nicht verlässlich zu beurteilen, hieß es

Ohne die Berücksichtigung der in Kraft getretenen Zölle hätten die bisherigen Aussagen zum Ausblick Bestand, hieß es von den Stuttgartern. Bleibe die aktuelle Handelspolitik bestehen, sei mit negativen Effekten auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, den freien Mittelzufluss und die operativen Margen in den Geschäftsfeldern zu rechnen, räumte Mercedes-Benz ein.

Der Konzern hatte bereits zuvor gewarnt, ein US-Einfuhrzoll in Höhe von 10 Prozent könnte die operative Marge des Pkw-Geschäfts um einen Prozentpunkt schmälern. Anfang April hatte US-Präsident Donald Trump dann 25 Prozent auf den Import aus der EU aufgeschlagen. Die Auswirkungen der US-Zollpolitik auf Umsatz und Ergebnis seien nicht absehbar, Prognosen fürs Jahr daher nicht möglich, teilte Mercedes-Benz mit.

In den USA hat der Autobauer im ersten Quartal nach Angaben des „Handelsblatt“ seine Lagerbestände aufgebaut, um die Fahrzeugpreise so lange wie möglich stabil zu halten. Auch erwäge der Konzern, seinen kompakten Luxus-SUV GLC auch in den USA zu produzieren.

Auch Porsche im Stottermodus

Bereits am Dienstag hatte der Sportwagenbauer Porsche einen Gewinneinbruch vermeldet. Das operative Ergebnis brach um 40,6 Prozent auf 760 Millionen Euro ein und fiel damit noch schwächer aus als von Experten ohnehin befürchtet. Die entsprechende Marge sackte von 14,2 auf 8,6 Prozent ab. Über Jahre hinweg hatte Porsche mit hohen Renditen geglänzt, galt als profitabelster Autobauer weltweit. Im Jahr 2023 hatte die operative Rendite sogar 18 Prozent betragen. Doch das ist Geschichte.

Der Umsatz lag im ersten Quartal mit 8,86 Milliarden Euro um 1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert, der Absatz schrumpfte um 42 Prozent, wie das mehrheitlich zu Volkswagen gehörende Dax-Unternehmen mitteilte.

Auch hat der Sportwagenbauer seine Jahresprognosen für Umsatz und Ergebnis gesenkt, weil höhere Kosten für die Batteriegeschäfte, die neuen US-Einfuhrzölle und das schwache Chinageschäft den Konzern bremsen. Eines der größten Probleme von Porsche ist die Absatzflaute in China und die stockende Nachfrage nach dem Luxus-Elektrosportwagen Taycan, der ausschließlich in Zuffenhausen gebaut wird. Porsche hat dort bereits die Schichten von zwei auf eine halbiert.

Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, sei ein hochleistungsfähiges E-Modell des Xiaomi-Konzerns, das dem Taycan sehr ähnlich sehe, im Reich der Mitte für 30.000 Euro zu haben und damit für einen Bruchteil des Taycan. Hierzulande bietet Porsche den Taycan 4 ab einem Preis von 107.000 Euro an.

Kein Ausbau in Tübingen

Überraschend teilte Porsche auch eine Neuausrichtung bei seinen Batterieaktivitäten mit. Das verursacht den Angaben zufolge Mehrkosten von 500 Millionen Euro. Der Konzern werde den Ausbau der Produktion von Hochleistungsbatterien, der in der Region Tübingen geplant war, durch die Porsche-Tochter Cellforce nicht mehr eigenständig weiterverfolgen.

Die zweite Säule der Batterieaktivitäten ist die Beteiligung von Porsche an dem Batteriehersteller Varta. Der Beteiligungsvertrag sieht vor, dass Porsche in die Entwicklung und Produktion von hochleistungsfähigen Lithium-Ionen-Rundzellen investiert. Damit will der Sportwagenhersteller seine Versorgung mit effizienten Batteriezellen absichern.