Real ist pleite
: Insolvenz angemeldet – mehr als 5000 Beschäftigte betroffen

Mein Real ist pleite: Die Supermarktkette hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung gestellt. Mehr als 5000 Beschäftigte und 62 Fillialen sind betroffen – alle Infos im Überblick.
Von
Philipp Staedele
Mönchengladbach
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Die Supermarktkette Mein Real ist pleite.

picture alliance/dpa | Oliver Berg

Die SB-Warenhauskette Mein Real hat nach ihren eigenen Angaben am Freitag einen Antrag auf die Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Laut einer Mitteilung der Real GmbH sind von dieser Entscheidung mehr als 5000 Beschäftigte in 62 Märkten sowie in der Zentrale in Mönchengladbach betroffen. Die Zahlung der Löhne und Gehälter soll weiterhin gewährleistet sein. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wird es ermöglichen, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Verhandlungen mit potenziellen Übernahmeinteressenten für Standorte zu führen. Das Unternehmen hat nicht mitgeteilt, vor welchem Insolvenzgericht der Antrag eingereicht wurde.

Möglichst viele Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Bei der Restrukturierung sollen den Angaben zufolge möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden. Das Unternehmen betonte, dass eine Insolvenz in Eigenverwaltung nur jenen Unternehmen offenstehe, „die zwar vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, aber einen tragfähigen Geschäftsplan vorlegen können“. Zuvor hatte die „WirtschaftsWoche“ über den Insolvenzantrag berichtet.

Verbesserungen konnten Pleite nicht verhindern

Eigentümer der Kette ist der Finanzinvestor SCP. Er hatte das Unternehmen im Juni 2022 zunächst abgegeben, es im Mai 2023 angesichts einer „kritischen wirtschaftlichen Verfassung“ aber wieder zurückerworben. „Trotz umfassender operativer Verbesserungen konnten zuvor getroffene fehlgeleitete operative Managemententscheidungen nicht schnell genug korrigiert werden“, erklärte der Vorsitzende der Real-Geschäftsführung, Bojan Luncer. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem „herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld“. Der Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung biete eine neue Chance zur Fortführung des Geschäftsbetriebs, betonte er.

SCP hatte die Real-Kette (Slogan: „Einmal hin. Alles drin.“) mit ihren 276 Märkten 2020 vom Handelskonzern Metro erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Kaufland, Edeka, Globus und Rewe sicherten sich eine große Zahl der attraktivsten Filialen. Das Unternehmen mit den verbliebenen 62 Standorten ging dann im Sommer 2022 an das Family Office der Unternehmerfamilie Drs. Tischendorf, bevor es dann im Mai von SCP zurückerworben wurde.

(mit Material von dpa)