Medienbericht
: VW will Partnerschaft bei autonomem Fahren mit Bosch kündigen

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung soll die Technik nicht wettbewerbsfähig sein. Bereits 1,5 Milliarden Euro wurden investiert. Musste deshalb Bosch-Chef Hartung gehen?
Von
Thomas Veitinger
Berlin
Jetzt in der App anhören
Bosch

Wenn Medienberichte zutreffen, gibt es bei einer zusammen mit VW entwickelten Technik für Autonomes Fahren eine erhebliche Lücke zur Konkurrenz.

Bernd Weißbrod/dpa
  • VW will laut „Bild“ die Partnerschaft mit Bosch beim autonomen Fahren beenden.
  • Interne Einschätzung: Technik sei nicht wettbewerbsfähig, besonders bei Level 2++ in der Stadt.
  • Trotz 1,5 Milliarden Euro Investitionen soll VW Hardware und Software zukaufen und weiterentwickeln.
  • Bei Bosch gab es einen Chefwechsel: Stefan Hartung trat zurück, Christian Fischer soll folgen.
  • Berichte nennen Stellenabbau und mögliche Werkschließungen bei VW – der Konzern bestätigt Zahlen nicht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Volkswagen-Konzern will nach Informationen der „Bild“-Zeitung seine Partnerschaft für autonomes Fahren mit dem Zulieferer Bosch beenden. Die Zeitung berichtete am Sonntag unter Berufung auf „voneinander unabhängige Quellen“, dieser Schritt sei Teil des Konzernumbaus, der das Überleben des deutschen Autobauers sichern soll.

Bei Bosch war es am Freitag (26. Juni) zu einem überraschenden Chefwechsel gekommen. Stefan Hartung legte auf eigenen Wunsch sein Mandat als Vorsitzender der Geschäftsführung nieder. Sein Nachfolger soll der bisherige Vize-Chef Christian Fischer werden. Zu den Gründen wurde nur mitgeteilt, dass Hartung sich künftig neuen gesellschaftlichen und unternehmerischen Aufgaben außerhalb der Bosch-Gruppe widmen wolle. Hartung beendete seine Tätigkeit in dem Unternehmen nach vergleichsweise kurzer Zeit, Vorgänger führten den Konzern deutlich länger.

Nicht wettbewerbsfähig

Die Allianz mit Bosch habe nach interner Einschätzung nicht den erwarteten Entwicklungsstand erreicht, berichtete die Bild-Zeitung. „Interne Fachbereiche“ hielten die Technik aktuell nicht für wettbewerbsfähig. Insbesondere beim autonomen Fahren ohne Hände am Lenkrad auch in der Stadt (Level 2++) sehe Volkswagen eine erhebliche Lücke zur Konkurrenz.

Bosch und die VW-Software-Tochter CARIAD sollten ursprünglich gemeinsam den Baukasten für Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren entwickeln. Die Allianz galt als Antwort auf die Konkurrenz durch den US-Autobauer Tesla und aus China. Die Reißleine würde jetzt gezogen, obwohl bereits 1,5 Milliarden Euro investiert worden seien, berichtete „Bild“ weiter. Demnach will Volkswagen die Hardware und Software künftiger Systeme zukaufen und weiterentwickeln, statt sie mit Bosch selbst aufzubauen.

Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, wird kräftig an Personal und Strukturen gespart. Allein in der Zuliefersparte will der Konzern in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.

Im vergangenen Jahr musste Bosch erstmals seit 2009 einen Nachsteuerverlust in Höhe von 363 Millionen Euro verbuchen. Bereits im Vorjahr hatte sich der Gewinn halbiert. Der Umsatz stieg 2025 nur leicht auf 91 Milliarden Euro. Damit lag das Unternehmen auch deutlich hinter den eigenen Erwartungen.

Nach Informationen des „Manager Magazin“ soll der Konzernumbau bei Volkswagen mit einem noch stärkeren Stellenabbau als bisher geplant und Werkschließungen in Deutschland einhergehen. Unter Verweis auf Insider berichtete das Magazin von weltweit bis zu 100.000 geplanten Stellenstreichungen. Der Konzern bestätigte die Zahlen am vergangenen Freitag nicht, sprach aber von „tiefgreifenden“ Veränderungen, die bevorstünden.

(Mit Informationen von dpa und afp)