Marode Infrastruktur
: Immer mehr Zugausfälle bei der Deutschen Bahn

In fünf Jahren hat sich die Zahl der Zugausfälle im Fernverkehr vervierfacht. Das ergibt die Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Grünen-Anfrage.
Von
dpa
Berlin
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Gravierende Störungen im Bahnverkehr im Norden: ARCHIV - 28.11.2024, Hamburg: Auf einer Anzeigetafel wird im Hamburger Hauptbahnhof auf Zugausfälle hingewiesen. Im norddeutschen Zugverkehr gibt es erhebliche Einschränkungen. (zu dpa: «Immer mehr Zugausfälle bei der Deutschen Bahn») Foto: Bodo Marks/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auf einer Anzeigetafel wird im Hamburger Hauptbahnhof auf Zugausfälle hingewiesen.

Bodo Marks/dpa
  • Zahl der Zugausfälle bei der Deutschen Bahn hat sich in fünf Jahren vervierfacht.
  • Von 2019 bis 2024 stieg Anteil gestrichener Fahrten im Fernverkehr von 1% auf 4%.
  • 2023 fielen über 13.600 Fahrten aus, über 60% durch externe Ursachen bedingt.
  • Mangelnde Wartung und marode Infrastruktur tragen ebenfalls zu Ausfällen bei.
  • Investitionen in die Schieneninfrastruktur müssen fortgesetzt werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Immer mehr Züge im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn fallen aus. Von 2019 bis 2024 stieg der Anteil der gestrichenen Fahrten im Fernverkehr von einem auf vier Prozent, wie aus der Antwort des Verkehrsministeriums (BMDV) auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel hervorgeht. Streiks und andere externe Einflussfaktoren sind eingerechnet. Im Regionalverkehr lag der Anteil im vergangenen Jahr demnach bei fünf Prozent.

Auch der FDP-Abgeordnete Torsten Herbst hatte im Parlament nach den Zugausfällen im Fernverkehr gefragt. Der BMDV-Antwort zufolge waren es allein im vergangenen Jahr mehr als 13.600 ausgefallene Fahrten. Mehr als 60 Prozent davon seien demnach auf externe Ursachen zurückzuführen.

Mangelnde Wartung und marode Infrastruktur

Allerdings seien viele Zugausfälle auch darauf zurückzuführen, dass Fahrzeuge nicht ausreichend gewartet oder rechtzeitig bereitgestellt würden, betonte Gastel. „Hier muss das Management nachlegen und kann nicht alle Schuld auf die Infrastruktur schieben.“

Nahezu die Hälfte aller Ausfälle ereignete sich laut Ministerium streikbedingt im Januar 2024. Damals gab es einen Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). „Die Fahrgäste konnten in der Regel frühzeitig über einen Ausfall informiert werden“, hieß es.

„Die Zunahme von Zugausfällen ist auch Folge einer maroden Infrastruktur“, teilte Gastel mit. „Die Investitionen auf hohem Niveau müssen daher in den nächsten Jahren verbindlich gesichert fortgesetzt werden.“ Seitens der Union gestreute Zweifel an der Fortsetzung der bereits begonnenen Schienennetz-Sanierung seien „Gift für bessere Pünktlichkeit und Zugausfälle“.