Madeleine insolvent
: Mode-Versandhändler ist pleite

Nach Hallhuber und Gerry Weber ist nun auch der Mode-Versandhändler Madeleine insolvent. Die Suche nach einem Investor läuft.
Von
dpa, jkl
Zirndorf
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Der Mode-Versandhändler Madeleine hat insolvenz angemeldet.

MADELEINE Mode

Der fränkische Mode-Versandhändler Madeleine hat Insolvenz angemeldet. Die Geschäftsführung habe beim Amtsgericht Fürth am Montag ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt, teilte das Unternehmen mit. Geschäftsführerin Daniela Angerer sagte der „Wirtschaftswoche“, die hohe Inflation habe im Betrieb zu Kostensteigerungen und bei den Kundinnen und Kunden zu Kaufzurückhaltung geführt.

Geschäftsbetrieb läuft weiter

Der Geschäftsbetrieb laufe ohne Einschränkungen weiter. Die Löhne der rund 230 Beschäftigten seien für mindestens drei Monate gesichert, teilte das Unternehmen mit. Ziel sei, das Sanierungsverfahren in wenigen Monaten mit dem Einstieg eines Investors abzuschließen, die Marke neu auszurichten und das Geschäftsmodell zu digitalisieren. Auch die Integration der Marke und der Vertriebsstrukturen in das Portfolio eines anderen Modehändlers sei möglich.

Bei der Neuaufstellung und der Suche nach einem Investor wird die Geschäftsführung von der Anwaltskanzlei Schultze & Braun unterstützt. Die Sanierungsspezialisten waren schon für die Bekleidungshändler Esprit und Bonita bei ihren Neuaufstellungen in Sanierungsverfahren tätig.

Seit 45 Jahren vertreibt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge Mode über den Versandhandel. Der erste Katalog erschien im Januar 1978, seit 2001 können Kundinnen und Kunden auch im Internet Ware bestellen. Madeleine gehörte einst zur Quelle-Gruppe. Seit 2015 ist Madeleine Teil der TriStyle Group, zu der auch der Versandhändler Peter Hahn gehört und die wiederum mehrheitlich im Besitz des Finanzinvestor Equistone Partners Europe ist. Die Auslandsgeschäfte von Madeleine sind laut „Wirtschaftswoche“ nicht von der Insolvenz betroffen.