Lufthansa-Streik: Flugverkehr in München bereits am Dienstag betroffen

Zahlreiche Flüge werden wohl gestrichen: Der Warnstreik bei Lufthansa erfordert auch in München einen Notflugplan.
Matthias Balk/dpa (Archivbild)Der Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi an das Lufthansa-Bodenpersonal wird den Verkehr auch am Drehkreuz München schwer treffen. Mit Flugausfällen geht es sogar schon vor offiziellem Streikbeginn am Mittwoch (7.2.) los: Der für Dienstagmittag geplante Langstreckenflug von München nach San Diego in den USA und der für spätabends geplante Flug nach Osaka in Japan wurden gestrichen, wie Flughafen-Sprecher Robert Wilhelm sagte.
Die Lufthansa versuche, nach dem Ende des Streiks am Donnerstagmorgen möglichst schnell wieder zu einem normalen Flugbetrieb zurückzukehren. Deshalb müssten einzelne Verbindungen schon vor dem Beginn des Streiks gestrichen werden, damit die Flugzeuge und die Besatzungen am Donnerstag da seien, wo sie im normalen Flugplan wieder starten könnten, erklärte ein Lufthansa-Sprecher.
Lufthansa-Streik dauert bis Donnerstagmorgen
Verdi hat das Bodenpersonal mehrerer Lufthansa-Gesellschaften einschließlich der Technik - insgesamt rund 25.000 Beschäftigte - zu einem Warnstreik von Mittwoch, 4 Uhr, bis Donnerstag, 7.10 Uhr, aufgerufen. Bestreikt werden neben München auch Frankfurt, Hamburg, Berlin und Düsseldorf. Am Drehkreuz München waren für Mittwoch rund 700 Flüge geplant, darunter 400 Lufthansa-Flüge. Die Fluggesellschaft arbeite noch an einem Notflugplan und hofft, 10 bis 20 Prozent ihrer geplanten Flüge dennoch anbieten zu können. Insgesamt dürften aber 800 bis 900 der rund 1000 Lufthansa-Flüge ausfallen, mehr als 100.000 Passagiere sind betroffen. Dies hatte das Unternehmen am Montag mitgeteilt.
Cityline, Eurowings, Swiss und Austrian nicht betroffen
„Wir versuchen, Langstreckenflüge stattfinden zu lassen“, sagte ein Sprecher. Bei ausfallenden innerdeutschen Flügen könnten die Passagiere mit ihrem Flugticket auf die Bahn ausweichen. Die Lufthansa-Töchter wie Cityline, Eurowings, Swiss und Austrian seien von dem Verdi-Streik beim Bodenpersonal nicht betroffen. Tochter- und Partner-Airlines würden teilweise von Lufthansa-Bodenpersonal abgefertigt, aber nicht alle Beschäftigten beteiligten sich am Streik, und zum Teil würden Dienstleistungen von anderen Dienstleistern übernommen. Kaum betroffen ist nach ersten Einschätzungen der Flughafen in Stuttgart.
„Wir gehen davon aus, dass 80, 90 Prozent des Lufthansa-Programms und das der Töchter eingestellt wird“, sagte ein Verdi-Sprecher. Das Unternehmen kritisierte das: „Noch vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen ist der Streik auch in Länge und Ausmaß völlig unverständlich.“
