Streik bei Lufthansa 2024
: Wann und wo drohen Streiks und Flugausfälle?

Bei Verdi und Lufthansa laufen die Tarifgespräche – doch auch in anderen Berufsgruppen drohen Streiks. Die Piloten bei Discover sind jetzt in den Streik getreten…
Von
Philipp Staedele
Berlin
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Bei der Lufthansa drohen Streiks – gleich mehrere Berufsgruppen könnten den Flugverkehr lahmlegen.

Stefan Sauer/dpa

Passagiere von Lufthansa müssen in den kommenden Wochen die Flugpläne genau verfolgen. Es drohen Streiks verschiedener Berufsgruppen. Die Piloten der Lufthansa-Tochter Discover haben bereits gestreikt. Ab wann drohen jetzt Streiks und Flugausfälle?

Lufthansa Discover: Gewerkschaft zufrieden mit Streiks

Der eintägige Streik des fliegenden Personals der Lufthansa-Tochter Discover Airlines ist beendet. Das teilten die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Kabinengewerkschaft Ufo am frühen Samstagmorgen mit. Die Beteiligung der Belegschaften in Cockpit und Kabine sei überwältigend gewesen; etliche Flüge seien entweder nicht planmäßig oder gar nicht durchgeführt worden, teilte Ufo mit. Die beiden Gewerkschaften hatten den Streik in der Nacht zum Freitag begonnen.

Lufthansa: Wann ist mit Streiks zu rechnen?

Bei der Lufthansa-Tochter Discover Airlines streikten am Freitag, 26. Januar, die Piloten.

Für Kabinen- und Bodenpersonal endete die Friedenspflicht bereits zum Jahresende 2023. Zu möglichen Arbeitskampfmaßnahmen erklärte Reschinsky, er könne Streiks derzeit „nicht ausschließen“, da kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite vorliege. Dem Lufthansa-Bodenpersonal sollte der Konzern wohl spätestens bei der zweiten Runde am 23. Januar ein Angebot vorlegen. Laut Verdi haben sich die Beschäftigten bereits an mehreren Standorten untereinander ihrer Kampfbereitschaft versichert und sogenannte „Streikversprechen“ abgegeben. Spätestens Mitte März will Verdi laut Verhandlungsführer Reschinsky dann einen Abschluss sehen, sonst seien Urabstimmung und Streiks unausweichlich.

Derweil verlaufen die Verhandlungen für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bislang weitgehend friedlich. Dennoch, die Friedenspflicht ist auch hier abgelaufen.

Wo finden die Streiks statt?

Laut der Webseite von Lufthansa sind die von Discover Airlines durchgeführten Flüge von und nach Frankfurt und München auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke betroffen.

Mit welchen Auswirkungen ist bei Streiks zu rechnen?

Der Streik des fliegenden Personals hat am Freitag den Betrieb der Lufthansa-Tochter Discover Airlines beeinträchtigt. Die vergleichsweise kleine Ferienfluggesellschaft mit 24 Flugzeugen konnte zehn Verbindungen im Auftrag ihrer Konzernmutter Lufthansa in München nicht fliegen und musste in Frankfurt vier von 14 geplanten Starts absagen. Die übrigen Flüge wurden von der Discover selbst oder Partner-Airlines angeboten, wie eine Sprecherin berichtete. Die Verbindungen aus München wurden von der Lufthansa selbst geflogen.

Auch die Flugbegleiter der Kabinengewerkschaft Ufo hatten einen ebenfalls ganztägigen Warnstreik ausgerufen. Flüge nach Cancun in Mexiko sowie zu den kanarischen Zielen Fuerteventura und Teneriffa fielen bereits am Vormittag aus. Auch die Rückflüge von den Inseln wurden annulliert. Für den Abend wurde einer von zwei Flügen nach Windhoek (Namibia) gestrichen, allerdings aus technischen Gründen, wie eine Sprecherin mitteilte.

Verdi verhandelt bei der größten deutschen Fluggesellschaft und einigen Konzerntöchtern wie Cargo und Lufthansa Technik für das Bodenpersonal. Tarifverträge für die Piloten hat in der Vergangenheit die Vereinigung Cockpit abgeschlossen und für das Kabinenpersonal verhandelt parallel die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo). Alle drei Gewerkschaften sind in der Lage, den Flugbetrieb der Lufthansa mit einem Streik weitgehend stillzulegen.

Lufthansa: Streiks in drei Berufsgruppen möglich

Wie stark die Vereinigung Cockpit (VC), die für die Piloten verhandelt, beim neuen Lufthansa-Ferienflieger Discover mit derzeit 24 Flugzeugen ist, hat sich durch die erfolgreiche Urabstimmung gezeigt.

Mit rund 25 000 Beschäftigten ist auch das Bodenpersonal der Lufthansa-Gruppe in Deutschland als eine der größten Beschäftigtengruppen in die Verhandlungen gegangen. Die Forderungen sind kräftig - 12,5 Prozent mehr Geld, Ende der Mehrarbeit im Osten sowie höhere Schichtzulagen und Inflationsausgleichsprämie.

Obwohl die Friedenspflicht bereits ausgelaufen ist, verlaufen die Verhandlungen mit Ufo für rund 18 000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei der Konzernmutter derweil noch weitgehend friedlich. Ärger gibt es hier eher um die Tochter Cityline, deren rund 1000 Kabinenkräfte nach dem Willen des Managements zur neuen, fast namensgleichen Gesellschaft City Airlines wechseln sollen.

(mit Informationen von dpa)