Flüge lieber jetzt kaufen
: Warum das Fliegen teurer wird

Die Luftfahrtbranche warnt vor steigenden Preisen. Gleichzeitig dürfte ein Ende der Flüssigkeitsgrenze im Handgepäck in Sicht sein.
Von
dpa
Genf
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Luftfahrtverbände erwarten höhere Preise für Flugtickets (Archivbild).

Christoph Soeder/dpa
  • Flugtickets werden 2024 teurer, warnt die Luftfahrtbranche.
  • Grund sind steigende Kosten für Löhne, Material und Sicherheitskontrollen.
  • IATA erwartet einen Passagierrekord von 5,2 Milliarden Menschen.
  • Ab Januar steigen Gebühren für Sicherheitskontrollen in Deutschland.
  • Begrenzung von Flüssigkeiten im Handgepäck könnte bald aufgehoben werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fliegen dürfte im kommenden Jahr teurer werden. Damit rechnen der Dachverband der Fluggesellschaften IATA und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Grund seien unter anderem steigende Kosten für Löhne, Material, Flugsicherung und Sicherheitskontrollen. Dennoch rechnet die IATA mit einem Passagierrekord: Erstmals werden wohl weltweit mehr als fünf Milliarden Menschen fliegen, genau: 5,2 Milliarden. Das wären 6,7 Prozent mehr als in diesem Jahr.

„An- und Abflüge in Deutschland werden signifikant teurer“, sagte BDL-Präsident Jens Bischof den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. Ab Januar steige der Gebührendeckel für die Sicherheitskontrollen an Flughäfen von 10 auf 15 Euro pro Fluggast. Auch stehe eine deutliche Erhöhung der Kosten für die Flugsicherung im Raum, sagte Bischof, der zugleich Vorstandschef der Fluggesellschaft Eurowings ist. Auch die IATA-Chefökonomin Marie Owens Thomsen sagte in Genf, Passagiere müssten sich auf höhere Ticketpreise einstellen.

Gewinn pro Passagier sinkt

Die Fluggesellschaften rechnen in diesem Jahr im Durchschnitt mit 6,4 Dollar (rund 6 Euro) Nettogewinn pro Passagier, deutlich weniger als im vergangenen Jahr (7,9 Dollar). 

In Europa liegt der Nettogewinn pro Passagier nach IATA-Angaben niedriger als im weltweiten Durchschnitt: In diesem Jahr waren es in Europa im Durchschnitt 8,2 Dollar, in den USA 10,3 und im Nahen Osten 23,1 Dollar. Überall soll dieser Gewinn 2025 steigen, in Europa auf durchschnittlich 9,2 Dollar pro Passagier. 

Steigende Gewinn der Luftfahrtbranche

Für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Nettogewinn von 31,5 Milliarden Dollar (29,9 Milliarden Euro). Das sind fast 15 Prozent mehr als 2023. Für 2025 rechnet der Verband mit 36,6 Milliarden Dollar Nettogewinn.

Die Branche habe zum einen Preisdruck von oben, weil sie kaum Einfluss auf viele Preise habe: etwa von Flughafengebühren und Fluglotsendiensten, aber auch bei Zulieferern wie Triebwerk- und Maschinenherstellern, die teils ihre Monopolstellung ausnutzten und hohe Preise diktierten, sagte Owens Thomsen. Von unten entstehe durch starke Konkurrenz Druck: Jeder Passagier könne zu jeder Zeit und auf jeder Strecke Preise vergleichen, was Preiserhöhung schwierig mache.

Mehr Flüssigkeiten als bisher

Gleichzeitig könnte die Begrenzung von Flüssigkeiten im Handgepäck in Flugzeugen bald fallen. Davon geht der IATA-Chef Willie Walsh aus. Inzwischen seien Scanner-Maschinen ausgereift genug, um gefährliches Material zu erkennen, sagte Walsh in Genf. Er sehe Anzeichen, dass die Flüssigkeitsbeschränkung „zu gegebener Zeit“ aufgehoben wird, sagte er. Einen Zeitpunkt konnte er aber nicht nennen.

Die meisten Airlines erlauben Flüssigkeiten nur in 100-Milliliter-Containern und insgesamt nur einen Liter pro Person. Das ganze muss in einer durchsichtigen Plastiktüte verpackt und meistens separat an der Sicherheitskontrolle präsentiert werden. Die Regeln bestehen seit 2006 und sollen verhindern, dass Kriminelle oder Terroristen Sprengstoff an Bord schmuggeln. Sie gehen auf eine Empfehlung der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO zurück. Die Regeln haben Regierungen erlassen, die sie auch ändern könnten.

In der IATA sind rund 340 Fluggesellschaften aus mehr als 120 Ländern organisiert, darunter die Lufthansa. Sie transportieren rund 80 Prozent des weltweiten Luftverkehrs, Passagiere und Luftfracht.