Preisschock zur Adventszeit
: Lust auf Schoko-Nikoläuse wird teuer

Schokolade ist so teuer wie nie. Die hohen Preise können Naschkatzen den Appetit verderben. Was hinter dem Preisschock steckt.
Von
Jörn Bender
Wiesbaden
Jetzt in der App anhören
Schoko-Weihnachtsmänner

Schoko-Naschereien haben sich stark verteuert. Mit 30,7 Prozent ist der Preisanstieg bei Schokoladen-Tafeln am höchsten.

Oliver Mehlis/dpa
  • Schokolade und Süßwaren sind stark teurer geworden – Tafelschokolade um bis zu 30,7 % im Jahr 2025.
  • Rohstoffpreise wie Kakao und Zucker sowie hohe Produktionskosten treiben die Preise an.
  • Kekse stiegen nur um 1,7 %, Gummibärchen und Kaugummi wurden um 2,8 % günstiger.
  • Pro Kopf verzehrten Deutsche 2024 durchschnittlich 9,5 kg Schokolade, darunter 3,1 kg Kakao.
  • Kakaopreise könnten laut Barry Callebaut bis Ende 2026 sinken – Hersteller zögern mit Preissenkungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schokolade, Dominosteine, Schoko-Nikoläuse, Kekse – in der Vorweihnachtszeit wird gerne genascht. Doch viele der beliebten Leckereien sind deutlich teurer geworden. Im Schnitt 21,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Oktober 2025 zum Beispiel für Schokolade zahlen, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

Die klassische Tafel war demnach fast ein Drittel (30,7 Prozent) teurer, die Preise für Schokoriegel und andere Schoko-Produkte kletterten binnen Jahresfrist um 16 Prozent. Pralinen kosteten im Oktober 22,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Preise für Kekse stiegen dagegen vergleichsweise moderat um 1,7 Prozent.

Zum Vergleich: Insgesamt sind die Verbraucherpreise in Deutschland im selben Zeitraum um 2,3 Prozent gestiegen, die Preise für Nahrungsmittel legten um 1,3 Prozent zu. Ohne Schokolade geht es aber auch günstiger: So waren im Oktober Gummibärchen, Kaugummis und Ähnliches 2,8 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Die Preise für Studentenfutter und Erdnüsse haben um 3,2 Prozent nachgegeben. Gesünder wird es zudem, wenn Äpfel auf dem bunten Teller landen. Die von Natur aus süßen Früchte waren nur 0,2 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Was viele Verbraucher ahnen, bestätigt die Statistik: Auch mittelfristig haben sich Schokoladen und andere Süßwaren stärker verteuert als andere Nahrungsmittel. Legten diese im Schnitt von 2020 bis 2024 um 33,2 Prozent zu, waren es bei Keksen satte 74,4 Prozent Preissteigerung.

Rohstoffpreise für Kakao nahe am Rekordniveau

Schokolade wurde in dem Zeitraum fast 40 Prozent teurer, Kaugummi und Gummibären kamen auf 39,1 Prozent. Unter dem Schnitt der allgemeinen Nahrungsmittelinflation blieben Pralinen mit 20,3 Prozent und Bonbons mit 15,1 Prozent Preissteigerung.

Dass sich Naschereien überdurchschnittlich verteuerten, erklärt sich unter anderem durch die Entwicklung der Preise für wichtige Zutaten wie Kakao und Zucker. Der Kakaopreis etwa war 2024 auf Rekordniveau gestiegen. Auch wenn der Preis zuletzt etwas gesunken ist, bleibt der Rohstoff weiterhin vergleichsweise teuer. Das geben Hersteller an ihre Kundschaft weiter – und verweisen zudem auf hohe Kosten für Personal, Energie und Transport.

Barry Callebaut, einer der größten Schokoladenhersteller der Welt, rechnet mit einer deutlichen Entspannung bis Ende 2026. Das Schweizer Unternehmen erwartet niedrigere Kakaopreise als noch vor sechs Monaten, wie aus der Präsentation der Jahresergebnisse hervorgeht. Hersteller wie Ritter Sport, Lindt&Sprüngli oder Mondelez hatten zuletzt schnelle Preissenkungen abgelehnt.

Verbraucher essen 9,5 Kilo Schokolade pro Kopf und Jahr

Der Preissprung bei Schokolade ist bitter für Deutschlands Naschkatzen: Im Jahr 2024 verzehrten die Menschen hierzulande pro Kopf im Schnitt 9,5 Kilo Schokolade. Auf den Bestandteil Kakao entfallen nach Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung rund 3,1 Kilogramm.
Deutlich mehr ist es beim Zucker mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 30,4 Kilogramm im Wirtschaftsjahr 2023/24, das zum 30. September 2024 endete. Natürliche Zuckerarten in Früchten oder Honig sind hierbei nicht enthalten. Anders als bei der Importware Kakao ist Deutschland beim Zucker unabhängig: Hierzulande wurde 2023/24 rund 55 Prozent mehr Zucker produziert als im Inland verbraucht wurde.