Krieg im Iran
: Ölpreis schießt nach oben – Dax gibt am Morgen deutlich nach

Im Nahen Osten eskaliert der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Das trifft auch den internationalen Ölhandel. Die Krise sorgt auch für Nervosität an den Börsen. Der Dax startet im Minus.
Von
dpa/rom
New York/Frankfurt
Jetzt in der App anhören
Ölförderung: ARCHIV - 25.04.2020, USA, Odessa: Eine Ölbohrplattform steht am Ende einer Reihe von Pumpen kurz nach Sonnenuntergang. Die Ölpreise haben nach der Eskalation im Nahen Osten am Wochenende wie erwartet deutlich zugelegt. (zu dpa: «Ölpreise ziehen wegen Nahost-Eskalation kräftig an») Foto: Eli Hartman/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Ölpreise haben nach der Eskalation im Nahen Osten am Wochenende wie erwartet deutlich zugelegt.

Eli Hartman/AP/dpa
  • Ölpreise sprangen nach Nahost-Eskalation zweistellig, Brent kurzfristig bei 82,37 Dollar.
  • Gewinne bröckelten später, Öl lag dennoch rund neun Prozent im Plus.
  • USA und Israel griffen Iran an; Ajatollah Ali Chamenei getötet; Iran schlänkte Hormus ein.
  • Asiens Börsen fielen: Nikkei startete −3 Prozent, später etwa −1,5 Prozent.
  • Straße von Hormus: rund 20 % der Öltransporte; Opec+ erhöht Tagesproduktion.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Nahen Osten herrscht Krieg, die für den weltweiten Handel mit Öl und Gas extrem wichtige Straße von Hormus wurde von Iran blockiert, die Lage ist unübersichtlich – doch wie reagieren die Märkte am Montagmorgen auf die Eskalation? Die Ölpreise haben nach der Eskalation im Nahen Osten zunächst kräftig zugelegt, sind dann aber wieder etwas gesunken. In der Nacht zum Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als zehn Prozent. Dabei erreichte Brent-Öl in der Spitze bei 82,37 US-Dollar je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl bei 75,33 Dollar den höchsten Stand seit Juni 2025.

Zuletzt lag der Preis je Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April nur noch um gut 5 Dollar oder etwa 7,5 Prozent höher bei 78,05 Dollar. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar zu. Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. „Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken“, sagte Krämer.

Aktienmärkte in Asien unter Druck

Am Wochenende griffen Israel und die USA den Iran an und töteten dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein. Sie ist eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels.

Die Aktienkurse an wichtigen Börsen in Europa sind am Montagmorgen zu Handelsbeginn um gut zwei Prozent gefallen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab um 2,29 Prozent nach. An der Börse in Paris fielen die Kurse um 2,36 Prozent. In London lag der Index FTSE dagegen zunächst nur 0,93 Prozent im Minus.

Zuvor hatten bereits die Börsen in Asien größtenteils im Minus geöffnet. Besonders stark gaben die Aktienkurse von Fluggesellschaften nach – sie mussten wegen der Krise in Nahost Flüge in die Region vorerst komplett streichen. Wichtige Luftfahrt-Drehkreuze wie Dubai sind betroffen. Die Kurse von Energiefirmen dagegen stiegen.

Die Märkte „leiden unter der Verschärfung der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und deren potenziellen Auswirkungen auf die regionale Stabilität und die Energieflüsse“, erklärte der Analyst John Plassard von der Cité Gestion Private Bank. Sie sorgten sich vor allem um „deutlich höhere Ölpreise und Störungen der Lieferketten mit dem Risiko einer höheren Inflation“, erläuterte Analystin Kat Hudson von Hargreaves Lansdown.

Rund ein Fünftel der Öltransporte passiert Straße von Hormus

Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern. Die Staaten des Ölverbunds Opec+, in dem neben Staaten der Opec auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, hatten am Sonntag auf einem planmäßigen Treffen beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern.