Energy-Drinks im Öko-Test: Ein Milliardengeschäft – mit verheerenden Noten

Immer mehr Verbände und Mediziner fordern eine Altersgrenze für den Verkauf von Energydrinks.
Karl-Josef Hildenbrand/dpa- "Öko-Test" untersucht 22 Energydrinks, alle fallen durch.
- Höchstgehalt von 320 mg Koffein pro Liter ausgereizt.
- Enthalten oft über 10 g Zucker pro 100 ml.
- Bisphenol-A in 20 von 22 Drinks gefunden.
- Altersgrenze für Energydrink-Verkauf gefordert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn sich Teenager schlapp, müde oder gestresst fühlen, greifen sie gerne zu süßen Energy-Drinks. Mit dem oft angepriesenem Energiekick verbinden sie mehr Leistungsfähigkeit oder auch Freiheit. Manche reden sich sogar ein, dass sie so ihren Durst perfekt löschen und schlürfen den koffeinhaltigen Mix literweise. Ein großer Irrtum, wie die Experten von „Öko-Test“ sagen.
Der weltweite Markt für Energy-Drinks ist riesig. Der globale Umsatz mit Energy-Drinks und Sportgetränken wird nach einer Untersuchung des Datenportals Statista in diesem Jahr auf mehr als 195 Milliarden Euro steigen. Rund 28 Milliarden Liter des Gemisches werden die Menschen in diesem Jahr weltweit trinken. Bis zum Jahr 2029 sollen der Umsatz nach den Erhebungen der Statista Marktforscher rund 227 Milliarden Euro sein.
Pro-Kopf-Verbrauch von 8,8 Liter im Jahr
In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 8,8 Litern im Jahr. Das ergibt einen Jahresverbrauch hierzulande von 728 Millionen Liter und einen Branchenumsatz hierzulande von 6,5 Milliarden Euro. In Deutschland führt Red Bull die Beliebtheitsskala deutlich an, vor den Konkurrenz-Marken Monster und Rockstar.
Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat in ihrer aktuellen Ausgabe (Heft 5/25) 22 Energydrinks untersucht und fällt ein vernichtendes Urteil. Die Tester können kein einziges Getränk empfehlen: Zehn Marken sind „ungenügend“, acht „mangelhaft“ und gerade einmal vier wenigstens noch „ausreichend“. Das liegt vor allem an der Dosierung der Inhaltsstoffe Koffein und Zucker sowie der Chemikalie Bisphenol-A.
Das Koffein-Problem
Koffein ist die wichtigste Zutat in Energy-Drinks – und wohl auch die umstrittenste. Den festgelegten Höchstgehalt von 320 Milligramm pro Liter Koffein in koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken würden die Hersteller aller Produkte im Test ausreizen. Umgerechnet auf eine 250-ml-Dose sind das 80 Milligramm Koffein, was einer Tasse Kaffee entspricht. Doch „Öko-Test“ verweist auf Untersuchungen, in denen Jugendliche in Einzelfällen in kürzester Zeit einen Liter Energy-Drinks getrunken hatten. Danach zeigten sich schwerwiegende Wirkungen wie Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Muskelzittern und Veränderungen in der Herzstromkurve.
Immer mehr Verbände und Mediziner fordern eine Altersgrenze für den Verkauf von Energy-Drinks. Die Drinks können Nervosität, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche und Herzrasen verursachen und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Zu viel Zucker kann unter anderem Erkrankungen wie Diabetes auslösen.
Das Zucker-Problem
Über die Hälfte der Energy-Drinks im Test enthalten mehr als zehn Gramm Zucker pro 100 Milliliter. In einer 250-Milliliter-Dose stecken entsprechend rund acht Stück Würfelzucker. Schon mit einer einzigen Dose am Tag werde die von der WHO empfohlene maximale tägliche Aufnahme von Zucker überschritten.
Bei einigen wenigen Drinks wird der Zucker zwar durch Süßstoffe ersetzt. Doch auch die stören die Tester. „Wir werten Süßstoffe ab, weil sie die Geschmacksnerven an Süßes gewöhnen und Appetit auf mehr machen können. Die WHO sieht bei regelmäßigem Süßstoffverzehr sogar Hinweise für eine erhöhte Sterblichkeit“, schreibt „Öko-Test“.
Das Bisphenol-A-Problem
In 20 der 22 Energy-Drinks führt die Chemikalie Bisphenol-A zu Abwertungen. Es stammt vermutlich aus den Epoxidharzen der Dosenlackierungen und kann in die Koffeinbrause übergehen. Die Tester kennen dieses Problem bereits von anderen Lebensmitteln aus Büchsen.
Sie weisen darauf hin, dass der Stoff eine hormonelle Wirkung für Mensch und Umwelt besitzen soll. Er sei zudem als reproduktionstoxisch eingestuft und werde unter anderem in Zusammenhang mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko, Übergewicht und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern diskutiert. Um diese Kontaminationen zu vermeiden, sei bereits ein Bisphenol-A-Verbot für Innen- und Außenlackierungen auf den Weg gebracht worden – allerdings mit langen Übergangsfristen, wie „Öko-Test“ bemängelt.
