Klage gegen Lidl und Penny
: Verbraucherschützer gehen gegen App-Rabatte vor

Lidl, Penny und andere Lebensmittelhändler versuchen, die Verbraucher mit Rabatten zu ködern. Die gibt es teilweise nur bei Nutzung der eigenen Apps. Verbraucherschützer ziehen nun vor Gericht.
Von
dpa
Stuttgart
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Apps von Handelsketten: ILLUSTRATION - 11.12.2024, Bayern, Augsburg: Apps der Handelsketten Penny, Ikea, Rossmann, Kaufland, Lidl und Rewe sind auf dem Display eines iPhone zu sehen. (zu dpa: «App-Rabatte: Verbraucherschützer klagen gegen Lidl und Penny») Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Handelsketten Penny, Ikea, Rossmann, Kaufland, Lidl und Rewe werben mit Rabatten über ihre Apps.Verbraucherschützer sehen das teils kritisch.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagt gegen Lidl und Penny wegen App-Rabatten.
  • Rabatte nur durch App-Nutzung; Verstoß gegen Preisangabenverordnung vermutet.
  • Verfahren laufen in Heilbronn und Köln; Klagen gegen Rewe und Netto werden geprüft.
  • Kunden beschweren sich über fehlende Preistransparenz.
  • Apps bieten exklusive Vorteile gegen Kundendaten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg geht juristisch gegen die Werbung für Rabatte von Discountern bei Nutzung von deren Apps vor. Es seien zwei Anträge auf Unterlassung gegen Lidl und Penny eingereicht worden, sagte Gabriele Bernhardt, Leiterin der Stabsstelle Recht, der „Lebensmittel Zeitung“. Die Verbraucherschützer sehen einen möglichen Verstoß gegen die Preisangabenverordnung.

Es würden Preise für App-Nutzer beworben - ohne dass klar werde, welcher Gesamt- oder Grundpreis für den regulären Einkauf gelte. „Das verstößt unserer Auffassung nach eindeutig gegen das Gesetz.“ Bernhardt sagte, wenn in der Filiale, auf Plakaten, am Regal oder im Handzettel mit Preisen geworben werde, müsse nach der Preisangabenverordnung immer der Gesamtpreis angegeben werden, der für den normalen Supermarktkunden gilt, ohne Nutzung einer App. 

Anders ausgedrückt: Da sich die Werbung an alle Kunden richte, sei auch der Preis anzugeben, der für alle gültig sei. „Wir erhalten aktuell viele Beschwerden von Verbrauchern, die sich über eine mangelnde Preistransparenz in der Werbung mit App-Preisen beklagen.“

Juristische Schritte gegen Rewe und Netto werden geprüft

Ein Sprecher von Penny erklärte auf Nachfrage: „Uns liegt noch keine Klageschrift vor. Daher können wir uns als Penny derzeit zu den konkreten Inhalten nicht äußern.“ Lidl äußert sich nach eigenen Angaben grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren. 

Die Verfahren sind nach Angaben der Verbraucherschützer bei den Landgerichten in Heilbronn und in Köln anhängig. Ein weiteres gegen den Discounter Netto bereiten die Verbraucherschützer ebenfalls vor. Auch gegen die Handelskette Rewe werden demnach juristische Schritte geprüft.

In den Apps gehen Kunden und Händler ein Tauschgeschäft ein: Den Kunden winken exklusive Vorteile, wenn sie sich registrieren und ihre Daten angeben. Teils sind dann zusätzliche Artikel im Angebot, teils gibt es einen Extra-Rabatt auf reduzierte Produkte.