Die Bertelsmann-Studie widmet sich einer der großen Fragen der Ökonomie. Wie alle großen Fragen ist auch diese nicht mit einer einfachen Formel beantwortet – etwa nach diesem Motto: Superstar-Firmen beuten Mitarbeiter aus. Das wäre schön plakativ, aber völlig falsch. Denn die Stars der Digitalisierung zahlen in der Regel ihren Beschäftigten überdurchschnittlich gute Gehälter.
Gleichzeitig machen sie gerade dank der Digitalisierung mit weniger Mitarbeitern ein Mehrfaches der Wertschöpfung. Das ist das Thema, das es in der Wirtschaftsgeschichte gibt, seit es technischen Fortschritt gibt.
Führt der technische Fortschritt –  die Digitalisierung –  zu einer Unternehmenskonzentration? Aber natürlich – das ist immer so. Deshalb gibt es das Wettbewerbsrecht, das vor Marktmissbrauch schützen soll.
Darum geht es also: Gerät das langfristig ziemlich stabile Verhältnis zwischen Lohnquote und Profitquote aus dem Lot? Und wenn das, wie jetzt im Falle der Superstar-Firmen, der Fall ist: Wie ließe sich das korrigieren?
Die nationale und internationale Wirtschaftspolitik sollte sich mehr dem Aspekt Wettbewerb zuwenden. Leider geht die Stoßrichtung derzeit in eine ganz andere Richtung: Abschottung, nationaler Egoismus. Auf Unternehmensebene könnte der Staat Digitalisierung fördern. Damit kleine Betriebe gegen die Superstars bestehen können.