Kaufen und Mieten: Wahnsinns-Mieten von 24,15 Euro pro Quadratmeter

Altbauten in München. Die Preise für Wohnhäuser und Eigentumswohnungen sind laut IVD Süd kräftig gestiegen. In Stuttgart sind die Preise günstiger als in München, je nach Objekttyp zwischen 46 und 82 Prozent.
Matthias Balk/dpa- Immobilienpreise in München sind höher als in Stuttgart; Eigentumswohnungen in Stuttgart sind 82% günstiger.
- Nettokaltmiete in München: 24,15 €/m², in Stuttgart: 17,12 €/m².
- Rückläufige Kaufpreise in Stuttgart, aber Mieten steigen in beiden Städten.
- Sinkende Hypothekenzinsen 2024 beleben den Immobilienmarkt.
- Seit 2014 stiegen Grundstücks- und Wohnungspreise in München stärker als in Stuttgart.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im schwäbisch-bayerischen Immobilienpreisvergleich sind Käufer in Stuttgart weniger schlecht dran als in München: Baugrundstücke kosteten in Stuttgart im Herbst 2024 knapp die Hälfte der in München verlangten Preise, alle anderen Objekttypen – fertige Häuser, Eigentumswohnungen etc. waren ebenfalls sehr viel weniger teuer. Das hat der Immobilienverband Deutschland Süd (IVD) ermittelt und München zugleich attestiert, die teuerste deutsche Stadt zu sein.
Die geringsten Preisunterschiede gab es demnach bei Eigentumswohnungen: Stuttgarter Neubauwohnungen kosteten im Schnitt 82 Prozent der Münchner Preise, Wohnungen im Bestand kosteten ein Drittel weniger als an der Isar. „Die Preisunterschiede zur Landeshauptstadt Stuttgart sind in allen Segmenten des Wohneigentumsmarkts stark ausgeprägt“, sagt Stephan Kippes, der Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts.
Nettokaltmiete in München für 70 Quadratmeter: 1700 Euro
Auch Mieterinnen und Mieter zahlen in den beiden süddeutschen Metropolen laut IVD Süd im Schnitt mehr: Stuttgarter Wohnungen – ob Altbau, Bestand oder Neubau – kosten demnach im Schnitt bei Neuvermietung ein Viertel weniger als in München.
Die Mieten in der bayrischen Landeshauptstadt sind deftig. Der Mietspiegel für München 2023 weist eine durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter von 14,58 Euro auf. Das bedeutet ein Plus um 24,7 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Mietspiegel für München 2019. Damals lag die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter bei 11,69 Euro.
Doch diese Zahlen bilden nur einen Teil der Münchner Wirklichkeit ab. Nach den Angaben des Immobilienmaklers Engel & Völkers beträgt in München der Mietpreis für eine Wohnung im Median 24,15 Euro pro Quadratmeter. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung werden damit eine Nettokaltmiete von fast 1700 Euro fällig. Zum Verständnis: Ordnet man alle Werte der Größe nach, ist der Median der Wert, der genau in der Mitte liegt. Damit fallen Ausreißer nach oben und unten weniger ins Gewicht.
Für Stuttgart nennt Engel & Völkers einen Median-Mietpreis von 17,12 Euro pro Quadratmeter. Für 70 Quadratmeter liegt die Nettokaltmiete hier bei 1200 Euro. Der Mietpreis für Häuser beträgt den Angaben zufolge 16,13 Euro pro Quadratmeter. Auf dem Stuttgarter Markt für Kaufimmobilien waren die Preise zuletzt teilweise rückläufig. Eigentumswohnungen wurden günstiger, Häuser wiederum teurer. Beide Immobilienarten liegen allerdings weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Kaufpreise von Eigentumswohnungen betrugen zum Jahresende rund 4.400 Euro pro Quadratmeter.
Nach den Worten von IVD-Experte Kippes nehmen die Immobilienmärkte in beiden Großstädten nach einem zweieinhalb Jahre währenden Tief mit Preisrückgängen und schwacher Nachfrage allmählich wieder Fahrt auf. Ursache dafür sind die seit dem Jahresbeginn 2024 sinkenden Hypothekenzinsen, die die Stimmung am Wohneigentumsmarkt verbessern. Die Zurückhaltung der potenziellen Käufer wandelt sich nach seinen Worten allmählich in ein gesteigertes Interesse für den Immobilienerwerb.
Blickt man auf die vergangenen zehn Jahre zurück (Herbst 2014 zu Herbst 2024), war der Preisauftrieb in München wesentlich ausgeprägter als in Stuttgart. Das Preisniveau nahm in den beiden Landeshauptstädten massiv zu, wobei die Preissteigerungen in München bis ins Jahr 2022 tendenziell höher ausfielen. Während die Preise für Baugrundstücke und Kaufobjekte seit der Trendwende am Wohnimmobilienmarkt sanken, wuchsen die Mieten weiter – in München etwas schneller als in Stuttgart.
So rasant hat sich München laut IVD seit 2014 verteuert
- Wohnbaugrundstücke für Einfamilienhäuser plus 85 Prozent
- Wohnbaugrundstücke für Mehrfamilienhäuser plus 53 Prozent
- Eigentumswohnungen plus 59 Prozent
- Freistehende Einfamilienhäuser plus 53 Prozent
Die Entwicklung in Stuttgart seit 2014
- Wohnbaugrundstücke für Einfamilienhäuser plus 73 Prozent
- Wohnbaugrundstücke für Mehrfamilienhäuser plus 42 Prozent
- Freistehende Einfamilienhäuser plus 36 Prozent
- Eigentumswohnungen plus 73 Prozent


