Bitcoin-Automaten beschlagnahmt
: Razzien gegen illegale Kryptogeld-Geschäfte in Süddeutschland

Die Finanzaufsicht sieht bei Automaten, an denen Bitcoin & Co. gekauft werden können, ein hohes Risiko von Geldwäsche. Bei einer Razzia beschlagnahmen Ermittler 13 schwarz aufgestellte Geräte.
Von
Alexander Bögelein
Bonn/Stuttgart
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Die Skepsis an Krypto-Währung ist hoch, das Interesse wächst aber dennoch. In Miami gibt es Crypto-Automaten.

MIAMI, FLORIDA - MAY 12: A cryptocurrency ATM setup in a convenience store on May 12, 2022 in Miami, Florida. Prices of cryptocurrencies have experienced turbulence recently as many have seen their value drop.   Joe Raedle/Getty Images/AFP
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In den USA gibt es 31.800 Kryptoautomaten wie hier in Deutschland, in Deutschland waren es vor der Beschlagnahmung von illegalen Geräten  im Zuge der aktuellen Razzia 182.

JOE RAEDLE/afp

Bei einer Razzia mit Schwerpunkt in Süddeutschland hat die Finanzaufsicht Bafin 13 illegal aufgestellte Wechselautomaten für Kryptowährungen aus dem Verkehr gezogen. Dabei sei Bargeld in Höhe von 250.000 Euro einbehalten worden, teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Bonn mit. Aus Sicht der Behörde bergen die Automaten das Risiko der Geldwäsche. Deutschland gehört in Sachen Krypto-Automaten zwar zu den Top-10-Ländern, liegt aber weit hinter den Top-3-Staaten USA (31.800), Kanada (2950) und Australien (1140). Nach Angaben des Portals coinatmradar.com gab es in Deutschland Mitte August 2024 182 solcher Automaten

Kontrollen an 35 Standorten, auch in Stuttgart und München

Bei der Razzia an 35 Standorten waren insgesamt 60 Einsatzkräfte von der Bafin, der Polizei und der Bundesbank im Einsatz. Darunter waren Stuttgart und München, andere Städte nannte die Bafin nicht. Mancherorts waren die Automaten aber schon wieder abgebaut worden. Offenbar nutzen die Täter die Standorte in Kiosken und anderen Geschäften nur für eine begrenzte Zeit und bringen die Automaten an andere Standorte, damit staatliche Kontrolleure diese nicht finden. Bei den Automaten war sowohl die Einzahlung von Bargeld möglich – dafür bekam man dann eine Zahlenkombination als Kryptowährung – als auch umgekehrt die Auszahlung von Bargeld gegen Krypto.

Das Wechseln von Euro in Kryptowährungen und umgekehrt stellt jedoch gewerbsmäßigen Eigenhandel oder ein Bankgeschäft dar. Daher benötigen die Automatenbetreiber die ausdrückliche Erlaubnis der Finanzaufsicht Bafin. Andernfalls wird das Geschäft illegal betrieben. Auf für Kryptoanbieter gilt: Wenn Sie Beträge von 10.000 Euro annehmen, müssen Sie – wie auch Kreditinstitute – die Identität ihrer Kundinnen und Kunden feststellen, um Geldwäsche zu verhindern.

Den Betreibern illegaler Krypto-Automaten drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Um sie zu bestrafen, müssen sie aber erst einmal ausfindig gemacht werden. Generell gilt: Werden Anhaltspunkte für die illegale Herkunft des Geldes oder der Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung festgestellt, muss dies an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) gemeldet werden. Tauschautomaten, an denen diese Sorgfaltspflichten nicht eingehalten werden, eignen sich aufgrund der Anonymität zur Geldwäsche, schreibt die Bafin in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher warnt die Bafin vor negativen Folgen: „Mit dem Handel mit Krypto-Werten sind erhebliche Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.“ Die vermutlich bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin, außerdem gibt es beispielsweise noch Ethereum, Tether und Binance Coin.

Tipps für Investieren in eine hochriskante Anlage

Kryptowährungen wie Bitcoins, Ethereum oder Tether werden nicht nur als virtuelles Zahlungsmittel genutzt, sondern auch als Spekulationsobjekt und Geldanlage gehandelt. Das Investment ist jedoch hochriskant. Zudem treiben unseriöse Anbieter oder gar Betrüger am Markt ihr Unwesen. Diese missbrauchen auch den Namen der Verbraucherzentrale. Verbraucherinnen und Verbraucher, die einen Teil ihres Vermögens in Kryptowährungen anlegen wollen, müssen sich bewusst sein, dass es sich um eine hochriskante Anlageklasse handelt und dass die Kurse von Bitcoin & Co. extrem schwanken können.

Um am möglichen Wertzuwachs teilzuhaben (viele Kleinanleger machen Verluste), gibt es verschiedene Möglichkeiten: Sie können beispielsweise echte Kryptowährungen oder sogenannte Krypto-ETPs. Darunter versteht man börsengehandelte Produkte, deren Wertentwicklung an einen oder mehrere Basiswerte – in diesem Fall Kryptowährungen gekoppelt sind. Eine weitere, noch riskantere Form der Geldanlage sind sogenannte Krypto-Derivate, die im Kern nichts anderes als Wetten auf eine zukünftige Kursentwicklung sind.

Wer sich für ein Investment in Kryptowährungen entscheidet, sollte die Kryptowährungen bei einer seriösen Plattform kaufen. Dazu gehören beispielsweise Coinbase, Bitpanda, Etoro und Plus 500. Die Börse Stuttgart hat mit Bison eine mobile App für den Handel mit Kryptowährungen auf den Markt gebracht. Die Nutzerzahl ist im Krypto-Boom 2021 stark gestiegen. Mittlerweile sind es mehr als 750.000.