Insolvenz: Hallhuber schließt nun doch alle Filialen

Für Hallhuber am Münsterplatz war im September Schluss.
Sven Kaufmann/swp„Wir bitten um Entschuldigung“ steht der Homepage des Modehändlers Hallhuber. „Unser Online Shop ist im Moment leider nicht erreichbar.“ Wie es aussieht, wird er das so schnell nicht wieder sein. Zwar verweist das Unternehmen in dem kurzen Statement auf der Online–Seite auf die knapp „200 Hallhuber Stores in Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden“, in denen man die „aktuellen Kollektionen entdecken, anprobieren und shoppen könne“, aber diese Zahl ist längst nicht mehr aktuell.
Ende Oktober ist alles dicht
Laut Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) macht Hallhuber alle verbliebenen Filialen bis Ende Oktober dicht, der Abverkauf laufe bereits. „Zum Monatsende werden die restlichen Filialen geschlossen“, sagte ein Sprecher auf FAZ–Anfrage. Betroffen seien noch 98 Filialen in Deutschland, elf in Österreich und drei in der Schweiz. Beim Bayerischen Rundfunk ist von nur noch 60 verbliebenen Filialen die Rede. Die meisten Mietverträge seien bereits gekündigt. Ob es danach irgendwie weitergeht, sei offen. „Es werden noch Gespräche mit Interessenten geführt“, erklärte der Sprecher laut FAZ.
Nach der zweiten Insolvenz innerhalb von zwei Jahren habe sich bisher kein neuer Geldgeber gefunden. Das Geschäft werde nun abgewickelt. Schon in Pandemiezeiten war das Unternehmen vorübergehend zahlungsunfähig und hatte 180 Filialen geschlossen. Wobei die Zahlen aus dem vergangenen Geschäftsjahr gar nicht so schlecht klingen. Nach eigenen Angaben lag der Umsatz da noch bei rund 170 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter bei 1200.
Im September hatte das Unternehmen seine Filiale am Ulmer Münsterplatz geschlossen. Auch in Hechingen wurde in den vergangenen Monaten der Laden dichtgemacht.
