Dekoladen in Insolvenz
: Depot macht viele Filialen dicht

Jede zehnte Filiale der Dekokette wird seine Türen wohl für immer schließen. Und es könnten noch mehr werden.
Von
Thomas Veitinger,
dpa
Ulm
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Deko-Unternehmen beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung: ARCHIV - 01.04.2020, Hamburg: Das Logo der Handelskette Depot hängt über dem Eingang des Kaufhausesin der Innenstadt von Hamburg entlang. (zu dpa: «Deko-Kette Depot beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung») Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In einigen Monaten könnte die Zahl der 300 deutschen Filialen deutlich sinken.

Axel Heimken/dpa
  • Depot schließt bis zu 55 der 300 deutschen Filialen; 20 österreichische Filialen ebenfalls gefährdet.
  • Insolvenzverfahren soll bis März abgeschlossen sein; 4400 Mitarbeiter betroffen.
  • 2009 Übernahme durch Migros; aggressive Expansion auf 500 Filialen führte zu Verlusten.
  • Migros verkaufte 2019 an Christian Gries; Umsatz zuletzt ca. 390 Millionen Euro.
  • Zukunft hängt von Vermieter- und Lieferantenverhandlungen ab.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Depot schließt nach Medienberichten fast jede zehnte Filiale. Dies berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ). Der Händler für Wohnaccessoires hat im Sommer Insolvenz in Eigenverantwortung angemeldet. Dokumenten zufolge könnte Depot bis Ende 2024 etwa 30 der 300 Filialen in Deutschland schließen. Weitere 25 dürften auf die Schließungsliste kommen, sollten Vermieter nicht zu Eingeständnissen bereit sein. Darüber hinaus ist die Zukunft von 20 Filialen in Österreich in Gefahr.

Depot-Filialen in Ulm, Neu-Ulm, Senden und Nersingen

Welche Filialen aufgegeben werden, ist offen. In Ulm, Neu-Ulm, Senden und Nersingen gibt es unter anderem Läden von Depot. Das Unternehmen gibt dazu keine Auskunft. Auch die Berater der Gruppe Nymphenburg, die an der künftigen Ausrichtung des Unternehmens mitarbeiten sollen, wollen sich nicht äußern.

Das Verfahren über die Gries Deco Company, die hinter Depot steckt, soll laut LZ bis März abgeschlossen sein. Das Unternehmen beschäftigt derzeit etwa 4400 Mitarbeiter. Beim Schutzschirmverfahren soll ein frühzeitig vorgelegter Insolvenzplan die Sanierung erleichtern. Es gehe darum, „das Unternehmen im Schulterschluss insbesondere mit der Vermieter- und Lieferantenbasis nachhaltig auf die neuen Marktgegebenheiten auszurichten“, hatte die Gries Deco Company im Juni erklärt.

Einst 500 Filialen

Nach dem Einstieg des Schweizer Handelsriesen Migros im Jahr 2009 hatte Depot einen aggressiven Expansionskurs verfolgt. Die Zahl der Filialen stieg von 109 auf 500, der Umsatz kletterte gewaltig. Die Gewinne wuchsen aber nicht im gleichen Tempo, im Gegenteil: Das Unternehmen machte Verluste. 2019 verkaufte Migros seine 90-prozentige Beteiligung an dem Wohnaccessoire-Anbieter an den bisherigen Unternehmenschef und Gründerenkel Christian Gries. Er war bis dato mit 10 Prozent am Unternehmen beteiligt. Nach Unternehmensangaben erwirtschaftete die Gries Deco Company GmbH zuletzt einen Umsatz von rund 390 Millionen Euro.