Im Bereich Mobility
: Bosch startet neuen Geschäftsbereich – mit ehrgeizigen Wachstumszielen

Mit einer neuen Sparte will Bosch sein Halbleitergeschäft stärker auf Kunden ausrichten. Ziel des Stuttgarter Konzerns: fünf Milliarden Euro Umsatz bis 2030.
Von
Veronika Kanzler
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Reutlingen Themenfoto, Robert Bosch GmbH, Gebaeude, 31.03.2020 Firmengebaeude Reutlingen, Themenfoto, Robert Bosch GmbH, Gebaeude, 31.03.2020, *** Reutlingen Theme photo, Robert Bosch GmbH, building, 31 03 2020 Company building Reutlingen, theme photo, Robert Bosch GmbH, building, 31 03 2020, Copyright: xEibner-Pressefoto/SaschaxWaltherx EP_swa

In Reutlingen fertigen Beschäftigte des Technologie- und Dienstleistungskonzerns Bosch Halbleiter. Die kommen unter anderem bei Antrieben für die E-Mobilität zum Einsatz.

www.imago-images.de
  • Bosch richtet das Halbleitergeschäft neu aus und schafft den Bereich „Semiconductors“.
  • Start ist zum 1. Januar 2028 – die Zuordnung zum Unternehmensbereich Mobility bleibt.
  • Ziel bis 2030: rund fünf Milliarden Euro Umsatz mit Halbleitern.
  • Wachstum in Automotive und Consumer Electronics, dazu Rechenzentren, Industrie und Robotik.
  • Fertigungskapazitäten sollen stärker für externe Partner geöffnet werden; Standorte weltweit.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Der Technologiekonzern Bosch stellt sein Halbleitergeschäft neu auf und gibt der Sparte einen eigenen Geschäftsbereich. Mit dem Schritt will der Konzern sein Chipgeschäft organisatorisch stärken und zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten in neuen Märkten erschließen.

Der neue Geschäftsbereich „Semiconductors“ soll zum 1. Januar 2028 starten. Die Zuordnung zum Unternehmensbereich Mobility bleibt dabei bestehen. Bislang sind die Halbleiteraktivitäten im Geschäftsbereich Mobility Electronics gebündelt.

Bosch will mit Halbleitern wachsen – auch im Automotive-Bereich

Bosch begründet den Schritt mit der wachsenden Bedeutung von Halbleitern in neuen Technologiefeldern. Bosch-Halbleiter-Chef Erik Rein sieht noch viel Potenzial: „Mit der neuen Aufstellung in einer eigenen Sparte können wir unser Halbleitergeschäft marktnäher führen und stärker wachsen – durch mehr Kundennähe.“

Dabei sieht Rein durchaus Potenzial im Automotive-Bereich, was auch damit zu tun hat, dass immer mehr Software in modernen Fahrzeugen verbaut wird. „Wir müssen nicht aus dem Autogeschäft heraus, um zu wachsen. Automotive bleibt wichtig, aber wir stehen schon heute auf zwei Säulen: Automotive und Consumer Electronics. Jetzt kommen zusätzliche Wachstumsfelder hinzu, etwa bei Rechenzentren mit energieeffizienter Elektronik, in der Industrie und Robotik“, sagt Rein.

Region Neckar-Alb

Alles Wichtige aus der Region Neckar-Alb.

Bosch verbindet die Neuaufstellung mit ehrgeizigen Wachstumszielen. Bis 2030 will der Konzern mit Halbleitern einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro erreichen. Zur Einordnung: Im vergangenen Jahr erzielte Bosch einen Umsatz in Höhe von 91 Milliarden Euro. 61,4 Prozent entfielen dabei auf den mit Abstand größten Unternehmensbereich Mobility.

Bosch-Mobility-Chef Markus Heyn bezeichnete Halbleiter als „Dreh- und Angelpunkt unserer vernetzten Welt“ und als „wesentlichen Erfolgsfaktor für alle Geschäftsfelder von Bosch“. Schon heute gehört der Technologiekonzern zu den führenden Sensorik-Anbieter für das Robotik-Spektrum – vom Saugroboter bis zum Humanoiden. Künftig will Bosch seine Fertigungskapazitäten auch stärker für externe Partner öffnen.

Erik Rein

Erik Rein verantwortet seit März 2026 die Halbleiter bei Bosch. Davor war er Einkaufschef bei Bosch Mobility.

Bosch

Bosch investierte Milliarden in den Halbleiter-Ausbau

Weltweit verfügt Bosch nach eigenen Angaben über rund 40 Halbleiter-Standorte für Forschung, Entwicklung und Fertigung. In den vergangenen Jahren investierte der Konzern rund drei Milliarden Euro in seine Standorte Dresden und Reutlingen. In Roseville in Kalifornien wird das Werk für rund zwei Milliarden US-Dollar für die Produktion spezieller Siliziumkarbid-Chips umgerüstet. Zudem ist ein Ausbau des Testzentrums im malaysischen Penang geplant.

„Mit der Neuaufstellung der Sparte kommen keine weiteren Rechtseinheiten hinzu“, verspricht Rein. Erst Ende Oktober hatte Bosch verkündet, dass vier Bereiche aus der Muttergesellschaft ausgegliedert werden sollen – darunter auch der Bereich Mobility, bei dem etliche Mitarbeiter für Halbleiter beschäftigt sind.