Hohe Schulden: Aus für Tupperpartys – Tupperware kurz vor Insolvenz

Steht Tupperware vor dem Aus?
Lisa Ducret/dpaDie Aktie ist nach dieser Nachricht eingebrochen: Um 57 Prozent verlor sie an einem Tag im regulären Handel in den USA, danach fiel sie noch weiter. Investoren glauben nicht mehr an die Marke, die vor allem mit ihren Direktvertriebs-Partys und dem Ruf der Unzerstörbarkeit ihrer Produkte jahrzehntelang sehr erfolgreich gewesen war. Wer kennt sie nicht, die Tupperschüsseln, in die schon die Mütter Essensreste eingepackt hatten?
Nun steht der Haushaltswarenhersteller Tupperware mit Sitz in Orlando in Florida laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg kurz davor, Insolvenz anzumelden. Demnach könnte der entsprechende Antrag in den nächsten Tagen gestellt werden. Bereits im Juni hatte Tupperware die einzige Fabrik in den USA geschlossen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort entlassen.
Hintergrund ist eine nachlassende Nachfrage, laut Experten sorgten die große und teils deutlich günstigere Konkurrenz und fehlende Innovationen für sinkende Verkaufszahlen. Vor allem während Corona gingen auch die Einnahmen durch die Partys verloren. Das Unternehmen kämpfte schon länger mit finanziellen Problemen.
Stetig bergab nach Umsatzrekord 2013
Nach einem Umsatzrekord von rund 2,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 verzeichnet Tupperware tendenziell sinkende Umsätze. Im Jahr 2022 waren es nur noch 1,3 Milliarden US-Dollar. Die Mitarbeiteranzahl sank von 13.600 im Jahr 2011 auf 6.600 im Jahr 2022. Die Probleme führten laut Bloomberg mittlerweile zu einem Schuldenberg von über 700 Millionen US-Dollar Schulden bei den Kreditgebern.
Dabei sollte die vor wenigen Monaten berufene neue Konzernchefin Laurie Ann Goldman für die Rettung sorgen. Sie musste allerdings laut Branchenmagazin Lebensmittelzeitung (LZ) im April ein Umsatzminus von 16 Prozent auf 828 Millionen US-Dollar für die ersten neun Monate 2023 vermelden und erst kürzlich erneut Liquiditätsprobleme. Schon im April hatte die Geschäftsführung selbst erhebliche Zweifel geäußert, ob die Fortführung des Geschäftsbetriebs möglich sei.
Auch Versuche, die Frischhaltedosen nun nicht mehr nur im Direktvertrieb oder eigenen Geschäften, sondern bei Supermärkten und Discountern zu verkaufen, führte augenscheinlich nicht zum erhofften Aufschwung. Wobei sich der Deutschlandchef gegenüber der LZ im April noch optimistisch gezeigt hatte. Marco De Benedetti hatte den Geschäftsbereich in Deutschland als absolut profitabel bezeichnet. Das erste Quartal 2024 habe insgesamt über dem Vorjahreszeitraum gelegen, der Januar sei sogar zweistellig im Plus gelegen. Ob und wie es weitergeht, ist offen.

